Text-Bild-Ansicht Band 253

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Stoff theilweise vorwärts, heben ihn auch ein wenig und das Wasser tritt dabei kräftig durch die Siebe, um durch die Schaufeln c1 nach der Mitte zu und dort seitlich abgeführt zu werden. Durch die starke Entwässerung vor den Walzen soll der Stoff in einem verdickten Zustande zu dem Angriffe der Messer kommen und der letztere dadurch auch besser sein. Zu berücksichtigen bleibt jedoch bei dieser Stoffbeförderung durch solche Trommeln, daſs dieselben nicht bis an den Boden eintauchen und sich folglich dort eine ruhende Schicht bilden wird, welche nur sehr langsam zu den Messern gelangen kann. Wenn mit den Trommeln C nicht gewaschen wird, läuft natürlich das entzogene Wasser wieder in den Holländertrog zurück. Die Entwässerung wird vermöge der gewählten Trommelform wohl kräftig ausfallen; doch steht zu befürchten, daſs bei dem gröſseren Drucke viele feine Fasern mit entzogen werden und die Siebflächen sich bald zusetzen.

Endlich ist noch eine Einrichtung angegeben, um die Waschtrommeln C, wenn sie zur Stoffbewegung nicht benutzt werden sollen, selbstthätig auszuheben. Ueber den Waschtrommeln liegt in den Lagerböcken H die Welle F, auf welcher zu beiden Seiten Kurbelscheiben F1 sitzen. Von den Zapfen dieser Schüben F1 gehen Stangen T zu den Zapfen der Waschtrommelwelle, so daſs bei halber Drehung die Kurbelscheiben F1 der Wasch trommeln dieselben ausgehoben und bei weiterer halben Drehung wieder in den Stoff eingetaucht werden. Der Antrieb der Kurbelscheiben erfolgt von der Schöpfradwelle b aus mittels eines Riemens g, welcher durch Kegelräder die stehende Welle f in Bewegung setzt, deren Schnecke f1 in ein auf der Welle festes Rad r greift. Durch Verschiebung des Riemens von den Losscheiben auf die Festscheiben g1 und g2 wird dann der Trieb eingerückt.

Fig. 2., Bd. 253, S. 26

Der beim Waschen im Holländer auftretende Uebelstand, daſs durch die Siebflächen immer fein gemahlene Fasern mit dem Waschwasser durchgehen, mag den Gedanken einer ununterbrochenen Entnahme des fein gemahlenen Stoffes und damit eines ununterbrochenen Betriebes des Holländers nahegelegt haben. Es benutzen wenigstens die für diesen Zweck angegebenen beiden Einrichtungen nur die für das Waschen vorhandenen Theile. Die erste Einrichtung von F. Strobel in Chemnitz (* D. R. P. Nr. 21275 vom 18. Mai 1882) bringt, wie in Textfigur 2 angedeutet ist, nur statt der vorderen Waschscheibe eine Siebtrommel S an, welche durch ein Spritzrohr r gereinigt wird; doch kann zur Erreichung des gleichen Zweckes auch die Waschscheibe bestehen bleiben. Ist nach der Beschickung mit grobem Stoffe der Holländer einige Zeit gelaufen, so werden die Blindscheiben b und b1 entfernt und der von der Walze W in die Höhe an die Haube H geschleuderte Stoff trifft beim Abfallen den Siebrahmen s