Text-Bild-Ansicht Band 253

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und die Siebtrommel S, wobei die feinen Fasern mit dem Wasser durch die Sieböffnungen gehen und durch den Kanal k und die Achsenöffnung der Siebtrommel abgeführt und dann auf bekannte Weise entnäſst werden.

Das Schleudern des Stoffes gegen die Siebflächen soll auch durch besondere Flügelwalzen geschehen, wie es bei der zweiten Einrichtung von W. J. A. Reimann in Breslau (* D. R. P. Nr. 24290 vom 3. Februar 1883) in Textfigur 3 dargestellt ist. Die Siebe S und S1 sind hier Roste und die Stäbe derselben auf der oberen Seite mit Rinnen versehen. Die Roste stehen mehr senkrecht gegen den von der Walze W und der vor derselben liegenden Flügelwalze L in die Höhe geschleuderten Stoff und sind auch in der Breite dieser Walzen schräg gestellt, so daſs die durchgeworfenen und auf den Rinnen aufgefangenen feinen Fasern seitwärts mit dem Wasser in eine Rinne R ablaufen können, um in den nächsten Holländer geführt zu werden. Von dem letzten Holländer soll der feine Stoff sofort zur Papiermaschine gelangen.

Fig. 3., Bd. 253, S. 27

So verlockend ein ununterbrochener Betrieb der Holländer auch erscheint, so ist doch zu bedenken, daſs bei der dann ebenfalls ununterbrochenen Beschickung der grobe Stoff sich nicht im Gange seiner Bearbeitung an den schon feineren Stoff anschlieſst, sondern mit diesem vermischt wird, so daſs hierbei besonders die feineren Fasern an und zwischen die groben Stofftheile sich festhängen. Wo bleibt dann auch der mit der allmählichen Verfeinerung des Stoffes vermehrte Messerangriff durch Tieferstellung der Walze gegen das Grundwerk?

In Verfolgung seiner Holländerform (vgl. 1881 240 * 30) hat Alb. Keferstein in Halle a. d. S. (* D. R. P. Nr. 24895 vom 4. Februar 1883) eine neue vertikale Stoffmühle angegeben, welche in Fig. 9 und 10 Taf. 3 skizzirt ist und im Gegensatze zur früheren Construction nur ein Grundwerk b hat, hinter dem ein Stoffgang n angeordnet ist. Die Hadern werden durch die Oeffnung a eingebracht und durch die Oeffnung c am Boden abgelassen; das Wasser tritt am Boden durch d zu und das schmutzige Wasser oben durch das Deckelsieb f nach g ab. Bei nicht mehr als 100 bis 120 Umdrehungen der Walze s soll der Stoff dem Grundwerke gut zugeleitet werden, bei rascherem Umlaufe aber sich vor dem Grundwerke anstauen und dann theilweise durch den Stoffgang n um das Grundwerk geleitet werden. Damit der Stoff auch dann noch genügend zum Grundwerke gebracht wird, ist der Gang n durch eine Klappe theilweise zu verschlieſsen. Jedoch auch bei der geringeren Geschwindigkeit dürfte schon durch die Kreisbewegung des Stoffes eine Sonderung desselben eintreten, da die gröberen und schwereren Theile nach auſsen an die Wandung l treten und sich in dem Stoffgange n