Text-Bild-Ansicht Band 253

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Bei der Herstellung von Aluminium soll es vortheilhaft sein, als negative Elektrode nur Einsätze aus Metall und besonders aus Aluminium zu benutzen. Man stellt daher das eigentliche Schmelzgefäſs s (Fig. 5 Taf. 4) aus Porzellan, Steingut o. dgl. her und schützt es durch einen äuſseren Metallmantel vor der direkten Flammenberührung; r ist der mit dem negativen Pole der Dynamomaschine verbundene Metalleinsatz. Man kann auch den Einsatz in ein Schmelzgefäſs aus Graphit setzen unter Weglassung des Metallmantels, oder man setzt den Einsatz in ein Gefäſs aus anderem Metalle, welches der angewendeten Hitze zu widerstehen vermag.

Behufs Verminderung der elektrischen Spannung innerhalb des Apparates sowie zur Wiederanreicherung des sich erschöpfenden Schmelzbades werden im Einsatze G neben der Kohlenelektrode und völlig unabhängig von derselben Platten oder Stangen a eingesetzt, welche aus einer Mischung äquivalenter Mengen von Thonerde und Kohle für Aluminium bezieh. von Magnesia und Kohle für Magnesium bestehen.

Nach der Zusatzpatent-Anmeldung G. 2619 vom 14. März 1884 wird die Anordnung als neu beansprucht, daſs die eine der beiden Elektroden, sei dies die positive oder die negative, oder auch jede derselben, durch einen die Elektricität nicht leitenden feuerbeständigen Einsatz G hindurch in die Schmelzmasse eingeführt wird, um die Elektroden innerhalb des von Luft oder anderen Gasen erfüllten Raumes des Schmelzgefäſses von einander zu isoliren.

Eine solche isolirte Einführung der Elektroden wurde bereits von Hiller (vgl. Graham Otto: Chemie, 1883 Bd. 2 * S. 383), Bunsen (Poggendorff's Annalen, 1875 Bd. 155 S. 633) und Anderen (vgl. 1884 251 422) ausgeführt, ist daher keineswegs neu. Die Verwendung des Metall- oder Kohlentiegels als Elektrode wurde bereits von Davy (Gilbert's Annalen, 1808 Bd. 30 S. 369) und Bunsen (Poggendorff's Annalen, 1854 Bd. 91 S. 621) angegeben, ist übrigens für vorliegenden Zweck nicht einmal empfehlenswerth, ebenso die schon von Jablochkoff (1884 251 * 422) vorgeschlagene gesonderte Abführung des Chlores. Die Platten a (Fig. 4 und 5 Taf. 4) haben die beabsichtigte Wirkung nicht (vgl. F. Fischer 1884 251 423).

F.

Verfahren zum Reinigen von Wasser.

Mit Abbildungen im Texte und auf Tafel 4.

Der ursprüngliche Clark'sche Wasserreinigungsprozeſs mit Kalkmilch (1842 83 193) hat nur eine beschränkte Anwendung gefunden, weil das Fällen und Absetzen der Carbonate zu viel Raum und Zeit erfordert. Um dies zu vermeiden, werden nach J. H. Porter (Journal of the Society of Chemical Industry, 1884 S. 51) mittels des sogen. Porter-Clark'schen Prozesses Filterpressen angewendet.