Text-Bild-Ansicht Band 253

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Chloriden sublimirt sind, welche durch Wechselwirkung der verwendeten Duxer Braunkohle und des Kalksteines entstanden, dann aber durch die heiſsen Gase in obiger Weise umgewandelt wurden.

Verfahren zur Herstellung von Strontian.

Patentklasse 75. Mit Abbildungen auf Tafel 7.

Nach Angabe der Dessauer Actien-Zuckerraffinerie in Dessau (* D. R. P. Zusatz Nr. 26800 vom 24. Juli 1883, vgl. 1883 250 * 315) wird bei dem Glühofen mit Gasfeuerung die Sohle desselben dahin geändert, daſs die heiſse Luft durch Kanäle e und a (Fig. 7 bis 9 Taf. 7), das Gas durch G, g, c, beide somit von einander getrennt in besonderen Kanälen direkt in die Kammern geleitet werden. Die Verbrennung beginnt demnach erst in der letzteren und dadurch wird eine vollkommenere Ausnutzung der erzeugten hohen Temperatur sowie ein schnelleres Durchströmen der Verbrennungsgase ermöglicht, indem gleichzeitig das Mauerwerk der Sohle weniger angegriffen wird.

C. F. Claus in London (D. R. P. Nr. 27159 vom 31. August 1883) will Strontiumhydrat aus Lösungen von Chlorstrontium herstellen, indem eine äquivalente Menge Bariumhydrat in heiſser Lösung zugefügt wird. Strontiumhydrat krystallisirt aus, Chlorbarium bleibt in Lösung und wird durch Eindampfen und Krystallisiren gewonnen.

In ähnlicher Weise stellt Claus Strontiumhydrat aus ein- oder zweifachem Schwefelstrontium oder aus Strontiumsulfhydrat dar, indem er zu der heiſsen Lösung eines der Sulfide eine äquivalente Menge von Barythydrat setzt. Das gebildete Strontiumhydrat krystallisirt beim Erkalten aus, während das entsprechende Schwefelsalz von Barium in der Lösung bleibt. Wird ferner zu einer heiſsen Lösung von Schwefelstrontium eine Lösung von Schwefelbarium in äquivalenter Menge hinzugefügt, so bildet sich Strontiumhydrat, welches sich beim Erkalten durch Krystallisation ausscheidet, und Bariumsulfhydrat, welches in Lösung bleibt. Es ist rathsam, dabei einen Ueberschuſs von Schwefelstrontium zu benutzen, um Verunreinigung mit Baryt zu verhindern. Durch Vermischung von heiſsen Lösungen von Schwefelnatrium und Schwefelstrontium bildet sich Strontiumhydrat, welches beim Erkalten auskrystallisirt, und Natriumsulfhydrat. Durch Eindampfen der Laugen von Bariumsulfhydrat und Natriumsulfhydrat, Zumischung von Kohlenstaub, gelindem Glühen der Masse und Auslaugen der geglühten Masse erhält man die Lösungen von Schwefelbarium bezieh. Schwefelnatrium zurück welche dann zu demselben Zwecke wieder benutzt werden können.

Wird die auf bekannte Weise erhaltene Mutterlauge von Strontiumsulfhydrat, aus welcher Strontiumhydrat vorher auskrystallisirt war, mit