Text-Bild-Ansicht Band 253

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Kohlenstaub bis zur Trockene eingedampft, die trockene Masse geglüht und die geglühte Masse mit heiſsem Wasser ausgelaugt, so krystallisirt Strontiumhydrat beim Erkalten aus. Die Mutterlauge, welche nun wieder aus Strontiumsulfhydrat besteht, wird dann in gleicher Weise behandelt, bis alles Strontium als Strontiumhydrat gewonnen ist.

Werden die Lösungen von Strontiumsulfhydrat mit einer äquivalenten Menge von schwefelsaurem Natrium zersetzt, so erhält man schwefelsaures Strontium als Niederschlag, welcher abfiltrirt, mit Kohlenstaub gemischt und wie frischer Cölestin geglüht wird. Die geglühte Masse wird mit Wasser ausgelaugt und aus der Lösung Strontiumhydrat auskrystallisirt.

Die Lösung von Natrium sulfhydrat wird zur Trockne eingedampft, um Oxydationen zu verhindern, etwa ⅛ des Gewichtes (an trockener Substanz) von Kohlenstaub, Sägespänen u. dgl. hinzugefügt, die eingetrocknete Masse sodann bis zu angehender Dunkelrothglut erhitzt, wodurch ein Aequivalent von Schwefel verflüchtigt wird. Das gebildete einfache Schwefelnatrium wird in Wasser aufgelöst, die concentrirte Lösung in äquivalenter Menge mit der Lösung von Schwefelstrontium oder von Strontiumsulfhydrat in solchem Verhältnisse heiſs gemischt, daſs sich Natriumsulfhydrat und Strontiumoxydhydrat bilden kann. Das Strontiumhydrat läſst man durch Abkühlen auskrystallisiren und die aus Natriumsulfhydrat bestehende Lauge wird wieder wie zuvor eingedampft, erhitzt und neuerdings benutzt.

Strontiumsulfhydrat kann auch mit schwefelsaurem Magnesium zersetzt werden; durch Kochen wird der Schwefelwasserstoff ausgetrieben, das zurückgebliebene Gemisch von schwefelsaurem Strontian und Magnesia mit Kohle gemischt, diese Masse ausgetrocknet, geglüht und die geglühte Masse mit Wasser ausgelaugt. Aus der Lauge ist dann Strontiumhydrat durch Krystallisiren von Strontiumsulfhydrat zu trennen.

Kohlensaures Strontium erhält man aus Lösungen von Strontiumsulfhydrat durch Zumischen einer äquivalenten Menge von Chlormagnesium und Kochen der Mischung, bis aller Schwefelwasserstoff entwichen ist. In die entstandene Mischung von Magnesiahydrat und Chlorstrontium wird dann Kohlensäure (Brenngase) getrieben, wodurch kohlensaures Strontium gefällt und Chlormagnesium wieder gebildet wird.

Werden heiſse Brenngase möglichst frei von Sauerstoff durch ein Gemisch von heiſser Strontiumsulfhydratlösung mit unzureichender Menge von Chlormagnesium getrieben, so wird Schwefelwasserstoff unter Bildung von kohlensaurem Strontium entweichen.

Zur Gewinnung von Schwefelzink und Strontiumhydrat behandelt C. F. Claus in London (D. R. P. Kl. 22 Nr. 26418 vom 2. März 1883) Galmei mit Ammoniakflüssigkeit, fällt aus der Lösung mit Schwefelkalium Schwefelzink und destillirt aus dem Filtrate das Ammoniak ab. Die zurückbleibende Lösung von Kaliumcarbonat wird durch Kalk ätzend gemacht und mit einer heiſsen Lösung von Schwefelstrontium versetzt.