Text-Bild-Ansicht Band 253

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über welche in den Annales industrielles, 1884 Bd. 1 S. 434 berichtet wird. Die Spannungen wurden mittels eines offenen Quecksilbermanometers bestimmt, die Ventilerhebungen andern Aufhängungspunkte des Belastungsgewichtes gemessen. Bei dem ersten Versuche fing das Ventil bei 3k,870 an abzublasen; die Erhebung betrug bei:

3k,950 3k,960 3k,980 3k,990
mm,1 mm,2 mm,4 mm,5

20 Secunden später hatte es sich auf 12mm,5, also auf ¼ des Durchmessers gehoben, während die Spannung noch bis zu 3k,997 gestiegen war. Nach weiteren 20 Secunden begann es sich zu schlieſsen und war 2 Secunden später bei 3k,805 Spannung vollständig geschlossen.

Ein zweiter Versuch wurde unter annähernd gleichen Verhältnissen ausgeführt und lieferte ungefähr dieselben Ergebnisse. Der dritte Versuch wurde bei abgestellter Maschine vorgenommen, so daſs aller entwickelte Dampf durch das Sicherheitsventil entweichen muſste. Das Feuer wurde bei vollständig offenem Rauchschieber möglichst lebhaft unterhalten. Das Ventil hob sich ohne Stoſs in kurzen Zwischenräumen, etwa alle 2 Minuten, um sich jedesmal bald wieder zu schlieſsen. Die Spannung stieg nicht über 3k,900. Endlich wurde noch ein vierter Versuch nach dem Wiederanlassen der Maschine bei möglichst starkem Feuer ausgeführt. Bei 3k,800 Spannung lieſs das Ventil ein wenig Dampf entweichen; nach etwa 2 ¾ Minuten begann es abzublasen und 1 Minute später erhob es sich auf ¼ des Durchmessers. In diesem Augenblicke wurde der Zugschieber geschlossen. Nach 23 Secunden war das Ventil wieder gefallen und nach weiteren 4 Secunden vollständig geschlossen.

Die Construction scheint mithin der Anforderung, daſs ein Sicherheitsventil ein Wachsen der Spannung über die festgesetzte Grenze auch sicher verhindern und nicht nur als Warnapparat dienen soll, voll zu genügen.

Margerison's Absperrventil mit achsial geführtem Ventilteller.

Mit Abbildung auf Tafel 8.

In der Absicht, bei Absperrventilen die Stopfbüchse entbehrlich zu machen, ist nach Engineering, 1884 Bd. 37 S. 501 von James Margerison von den White Windsor Soap Works zu Preston das in Fig. 7 Taf. 8 abgebildete Ventil construirt worden, welches allerdings wohl nur für geringe Pressungen berechnet ist, in diesem Falle sich aber durch verhältniſsmäſsige Einfachheit und insbesondere auch dadurch empfiehlt, daſs die Betriebsflüssigkeit beim Durchgange durch dasselbe keine gröſsere Richtungsänderung erleidet, daher sich durch richtige Wahl der Constructonsverhältnisse der Durchgangswiderstand sehr herabziehen läſst.