Text-Bild-Ansicht Band 253

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Stahl zu verwandeln, bedarf man noch 11 bis 12 Stunden. Der Abbrand beim Henderson'schen Ofen soll nur 6 Proc. betragen.

Otto Springer in Hermannshütte (* D. R. P. Nr. 25 368 vom 28. Juni 1883, vgl. auch 1883 247 * 329. 250 234) versieht seinen mit Siemens'scher Regenerativfeuerung arbeitenden Gaspuddelofen (vgl. Fig. 3 und 4 Taf. 10), entsprechend der umwechselbaren Flammenführung, mit zwei Vorschmelzherden und einem Arbeitsherde. Die Vorschmelzherde A und A1 sind muldenartig vertieft; die Sohle derselben wird je nach Bedürfniſs aus gepochtem Kalkstein, Eisenerz, Garschlacke o. dgl. eingestampft. Gegen den Arbeitsherd hin sind die Vorschmelzherde durch Feuerbrücken a abgeschlossen; dieselben besitzen rinnenförmige Aussparungen b, welche während des Schmelzens durch Garschlacke o. dgl. geschlossen erhalten werden. Die Roheisenposten werden in die Vorschmelzherde A und A1 eingesetzt, worin sie geschmolzen und nach Erforderniſs bis zu einer beliebigen Grenze gefeint werden.

Das Schmelzen geschieht mittels Generatorgase, welche durch die Gaszuleitungskanäle B und B1 einmal von rechts und das andere Mal von links in den Ofen treten. C, C1 sind Luftzuleitungskanäle. Sind die eingesetzten Roheisenposten in den Herden A, A1 geschmolzen, so werden sie durch Oeffnen der Rinnen b in den Feuerbrücken a in den Arbeitsherd D geleitet, während die Schlacken in den Herden A, A1 zurückbleiben. Das abgeleitete geschmolzene Eisen wird nun in dem Herde D der gewöhnlichen Puddelarbeit unterzogen, während in die Herde A und A1 neue Posten eingesetzt und geschmolzen werden.

Aehnlich ist der in Fig. 5 Taf. 10 gezeichnete Gasschmelzofen von G. Leuffgen bezieh. G. Stumpf in Berlin (Englisches Patent, 1883 Nr. 2842). Der Arbeitsherd besitzt an beiden Enden erhöhte Schmelzherde G, die vom Mittelherde durch Brücken, über welche das Metall flieſst, getrennt sind und die das Schmelzmaterial durch je 8 Trichter H erhalten. Die Generatorgase treten abwechselnd durch die Kanäle A in die Vorschmelzherde G und von hier durch den Mittel- und den anderen Vorschmelzherd in die Regeneratorkammern. Die zur Verbrennung der Gase nothwendige Gebläseluft tritt in den doppelten Boden des Herdes N oder auch der Vorherde G und von hier durch die Röhren i in die Leitungen C, welche die erhitzte Luft in den Kanal D und von hier zu den Düsenröhren F führen. Je nach der Richtung der durch den Ofen streichenden Gase müssen die Röhren F einer Seite des Ofens abgestellt werden. Auſserdem sind noch Einrichtungen vorgesehen, um im Arbeitsherde Luft in das Metallbad einblasen zu können.

Der Ofen kann zum Einschmelzen verschiedener Materialien benutzt werden. Der Hauptzweck ist dabei eine energische Einwirkung der reducirenden oder oxydirenden Flamme auf das Material, wenn es im geschmolzenen Zustande in dünner Schicht über die Brücken flieſst, welche die Vorherde G von dem Mittelherde N trennen.