Text-Bild-Ansicht Band 253

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Während gewöhnlich die Regeneratorkammern der Flammöfen unter der Erde liegen, um allseitig freien Zutritt zu letzteren zu haben, legen F. W. Dick und J. Riley in Glasgow (Englisches Patent, 1883 Nr. 1157) dieselben über die Erde direkt auf der Hüttensohle oder auf Säulen, so daſs sie den Ofen überragen. Die Skizze Fig. 6 Taf. 10 zeigt die erstere Anordnung; dabei sind die 4 Kammern K, zwei für die Luft und zwei für das Gas, gleichmäſsig um den Ofen O vertheilt. Jede Kammer besteht aus einem äuſseren Eisencylinder mit feuerfestem Futter und Ziegelausfüllung. Durch die Kanäle a wird den Kammern Gas und Luft zugeführt; letztere erhitzen sich in denselben, vereinigen sich in den Kanälen b und c und treten dann zusammen in den Arbeitsherd O. Die verbrannten Gase verlassen die Kammern durch besondere Kanäle. Der Herd besitzt zwischen den Kanälen o, durch welche die Gase ein- bezieh. austreten, zwei Arbeitsöffnungen. Um die Kammern und den Ofen leicht reinigen und ausbessern zu können, sind die Gewölbe an Ketten aufgehängt und abnehmbar; sie haben in diesem Falle die Einrichtung der bekannten abhebbaren Fuchsgewölbe. Liegen die Kammern über der Hüttensohle, so sind die Verbindungskanäle mit dem Ofen am Boden der ersteren angebracht.

R. P. Wilson in Cleveland, Nordamerika, ordnet die Vorschmelzherde in seinem englischen Patente, 1883 Nr. 2631 nach Fig. 7 und 8 Taf. 10 an. Wie ersichtlich, stoſsen die Vorschmelzherde A und B in einem spitzen Winkel zusammen, so daſs die Flammen der beiden Feuerungen zusammen den Arbeitsherd C, welcher tiefer liegt als die Vorschmelzherde, bestreichen. Die Verbrennungsluft wird den Flammen durch die Feuerbrücken zugeführt; dieselbe erhitzt sich vorher, indem sie die Bodenkanäle des Ofens in der Pfeilrichtung durchzieht. – Derselbe Flammschmelzofen mit zwei Feuerherden ist im Deutschen Reiche an C. Wetter in London unter * Nr. 26892 vom 2. September 1883 patentirt.

Das englische Patent 1883 Nr. 1619 von J. Imray in London bezieht sich auf die Kühlung des Puddelherdes durch Wasser. Die Herdseiten werden aus Guſseisenkästen gebildet, durch welche das Wasser flieſst. Unter der auswechselbaren Sohlplatte ist ebenfalls ein Kasten angeordnet, welcher mit den Seitenkästen in Verbindung steht.

Ueber das mechanische Puddeln in Drehöfen veröffentlichte J. G. Danks, der Sohn des Erfinders des gleichnamigen Drehpuddelofens im Engineering and Mining Journal, 1883 Bd. 36 S. 130 einen bemerkenswerthen Aufsatz, welchem Folgendes entnommen ist.

Der Puddelprozeſs wurde im J. 1780 von Henry Cort in England eingeführt und in einem Sandherde vorgenommen. Dadurch stieg die Gesammtverarbeitung von Eisen von etwa 12000t im J. 1720 auf 90000t im J. 1780 und auf 400000t im J. 1820. Die nächste Verbesserung war die Anwendung eiserner Herdwände und die Bekleidung derselben mit reichen reinen Eisenerzen statt des Sandes durch S. B. Rogers. Seitdem sind wesentliche Verbesserungen an dem eigentlichen Puddelofen nicht mehr vorgenommen worden. Die ersten Nachrichten über einen Drehofen mit feuerfestem Futter und mit etwas schrägliegender