Text-Bild-Ansicht Band 253

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Achse sind in einem englischen Patente von Walker und Warren aus dem J. 1853 enthalten. Ob aber dieser Ofen jemals ausgeführt worden, ist fraglich.

Erst Sam. Danks führte, nachdem ihm in Amerika ein sich drehender Puddelofen im J. 1856 patentirt worden war, denselben in der Praxis aus, konnte aber, durch die Zeitumstände gezwungen, keine weiteren Versuche damit anstellen. Dies war W. Tooth in London vergönnt, welcher auf den Dowlais-Eisenwerken unter der Leitung von Will. Menelaus einen mit Ganister ausgefütterten Drehpuddelofen baute. Aber trotzdem noch bis zum J. 1863 von Tooth und Yates verschiedene Verbesserungspatente auf den Ofen genommen worden waren und die Dowlais-Eisenwerke nicht weniger wie 2 Mill. Mark damit auf erfolglose Versuche geopfert hatten, konnte sich der Ofen nicht behaupten und wurde verlassen, hauptsächlich deshalb, weil es an einem haltbaren Materiale für das Futter fehlte (vgl. Tunner 1872 204 282).

Mittlerweile war S. Danks wieder nach Amerika zurückgekehrt und baute dort im Mai 1868 in einem alten Werke einen rotirenden Versuchspuddelofen von nicht ganz 1m Länge und etwas mehr als 1m Breite für Posten von etwa 150k Eisen. Die Feuerung besaſs Unter- und Oberwind. Das Futter dieses Ofens stellte Danks folgendermaſsen her: Zuerst wurde in dem Drehcylinder eine etwa 2 bis 3cm dicke Schicht von einem Breie aus Eisenerz und Kalk eingetragen und mittels Holzfeuerung getrocknet. Dann wurde auf dieser Schicht Hammerschlag eingeschmolzen und durch Drehen des Cylinders der erste Ueberzug damit vollständig überdeckt. In die geschmolzene Schlacke wurden sodann feines Erz, ganze Erzstücke und Abfalleisen eingerührt und dieses Verfahren unter fortwährendem Umdrehen des Cylinders 5 mal wiederholt. Das Futter hatte dann eine äuſserst feste und für die Oxydation der schädlichen Beimengungen des Eisens sehr günstige rauhe Oberfläche. Dieser Ofen bewährte sich in Bezug auf seine Haltbarkeit und sein Ausbringen ausgezeichnet, so daſs man zwei weitere Oefen mit gleichem Durchmesser, aber 3 mal so groſser Länge baute. Man beabsichtigte dabei eine selbstthätige Trennung der fertigen Eisenmasse in Luppen durch in das Innere des Cylinders hervorragende Vorsprünge (vgl. Schneider 1879 232 * 403. Siemens 1883 249 442). Dieselben bewiesen sich aber als unpraktisch und wurden bald wieder verlassen. Auch die auſsergewöhnliche Länge der Oefen bewährte sich nicht, weil ein zu ungleichförmiges Product erzielt wurde. Bessere Resultate ergaben Oefen mit Cylindern von 2m Durchmesser und 1m,5 Länge und diese verdrängten dann auf dem betreffenden Werke alle Handpuddelöfen, ganz besonders als es sich herausstellte, daſs die Drehöfen einen um 5 bis 8 Proc. geringeren Abbrand ergaben als die alten Handpuddelöfen.

Bis 1871 besaſsen schon 3 Werke in Amerika nur Drehpuddelöfen. In Folge dessen gingen bald darauf Engländer mit englischem Roheisen und Futter nach Amerika und betrieben einen Danks'schen Ofen mit englischem Materiale (vgl. 1872 203 * 277. 204 216). Die dabei erzielten guten Resultate hatten 1872 den Bau des ersten Dank'schen Ofens in England zur Folge und zwar auf den Werken von Hopkins, Gilkes und Comp. in Middlesborough; dieselben stellten im J. 1878 mit 6 Oefen über 10000t Puddeleisen her.

Seitdem versuchte es Adam Spencer (1872 204 257. 1877 226 63) mit einem Kolossalofen von über 3m Länge, in welchem Posten von 1t Eisen verschmolzen wurden – aber mit keinem Erfolge. Th. Crampton (1871 200 * 358. 1877 226 63. 1880 235 * 126) baute einen sehr langen Ofen und theilte denselben in 2 Abtheilungen, von welchen die erste als Verbrennungskammer, die andere als eigentlicher Puddelherd dienen sollte; als Brennmaterial verwendete er pulverförmige Kohle. C. W. Siemens (1873 209 * 1. 1880 235 * 369. 1881 242 * 123. 1883 249 442) führte im rotirenden Ofen die direkte Eisendarstellung aus. Will. Sellers (Patent 1872) schloſs ein Ende des rotirenden Cylinders ganz und lieſs die Feuergase an einem Ende ein- und austreten (vgl. 1878 228 * 41). Dauernde Erfolge hatte aber keine dieser so genannten Verbesserungen zu verzeichnen. Das nächste Werk, welches im J. 1882 mit der Einführung der Danks'schen Puddelöfen vorging, war die Otis Iron and Steel Company in Cleveland. Der rotirende Cylinder des Ofens hat 2m Länge und ebenso groſsen Durchmesser und