Text-Bild-Ansicht Band 253

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verfahren, daſs man erst eine Schicht von etwa ⅔ der Höhe desselben einfüllt, diese zusammendrückt, mit Hilfe des Apparates etwas näſst, dann dieselbe noch mehr zusammenpreſst und nun mit weiteren Schichten ebenso verfährt bis zur gänzlichen Füllung. Die Verschiedenheit der Sieblöcher der Cylinder A und B verhindert, daſs sich beim Durchgange der Flüssigkeit Strahlen von den Löchern des ersteren nach den Löchern des zweiten Cylinders bilden können und bewirkt daher eine vollkommene Vertheilung der Flüssigkeit in den eingelegten Stoffen.

Obermaier will mit diesem Apparate ebenso wohl lose Fasern, als Pelze, Filze, Bänder, Vorgespinnst, Gespinnste, Webeketten, Spulen, Kötzer, sowie auch Gewebe behandeln und diese Stoffe damit waschen, (für das Carbonisiren) säuren und entsäuren, bleichen, färben, beizen, spülen, entfetten, leimen und schlichten, ein- und entölen, mit Appreturmasse tränken und trocknen. Für die auf einander folgenden Behandlungen, wie beispielsweise bei roher Wolle das Waschen, Carbonisiren, Färben, Trocknen u. dgl., bleiben die Stoffe in dem einmal zusammengepreſsten Zustande und wird nur der Siebcylinder nach einander in verschiedene passend in einem Kreise angeordnete Gefäſse C mit Hilfe eines Krahnes gesetzt. Die bleibende Lage verhindert das Einzelhaar an jeder Bewegung und beseitigt so die Hauptursache zur Verfilzung. Beim Trocknen tritt an Stelle der Flügelpumpe ein Gebläse, welches warme Luft durch die Stoffe preſst. Gewebe, Webketten u. dgl. werden aufgewickelt (vgl. die Centrifugalwaschmaschine von Sarfert und Vollert 1882 245 * 354) und bei Stoffen in Wickel- oder Knäuelform sorgt man für eine Ausfüllung der entstehenden Zwischenräume mit losem Materiale oder Strähnen. Gewebe, bei denen durch Kniffung und Kochen ein bestimmtes Aussehen erzielt werden soll, wie bei Astrachan, Pelzimitation u. dgl., können ebenfalls in dem Apparate behandelt werden. Bei Stoffen, welche durch die Berührung mit den Metallwandungen schlechte Stellen erhalten, werden diese Wandungen mit Geweben überzogen.

Der Apparat ist in einer Fabrik im Unterelsaſs zum Färben von Kammzug, wofür er sich besonders eignen dürfte, in Verwendung gekommen; doch fehlen über den Erfolg noch genauere Resultate.

In einem Zusatzpatente (* D. R. P. Nr. 25343 vom 11. Juli 1883) hat Obermaier zwei Siebcylinder B in einem Gefäſse C angeordnet und stehen die beiden inneren Siebcylinder derselben mit dem Saug- bezieh. Druckrohre der Flügelpumpe in Verbindung. Es wird also die Flüssigkeit durch die zu behandelnden Stoffe in dem einen Cylinder von auſsen nach innen gesaugt und in dem anderen Cylinder von innen nach auſsen gedrückt.

Ferner erwähnt O. Obermaier, daſs der Siebcylinder B auch als Schleudertrommel eingerichtet werden könnte und es ist wirklich in einer einfachen Centrifuge die ganz gleiche Behandlung wie bei dem Obermaier'schen Apparate zu erzielen. Durch die Centrifugalkraft werden