Text-Bild-Ansicht Band 253

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Antitartre von Willermoz und Rieger in Lyon ist eine braune, alkalische, Gerbsäure, Soda, Aetznatron und Chlornatrium haltige Flüssigkeit. 100k kosten 48 M.

Poudre algérienne von Serbat ist jetzt ein graues Pulver, welches aus Sand, Stroh, Sägespänen, Haaren, schwefelsaurem Blei, Thonerdesilicat und sonstigen völlig unwirksamen Stoffen besteht (vgl. F. Fischer 1876 220 176).

Désincrustant Gras Ricour bildet eine braune, stark alkalische, nach Harz riechende Flüssigkeit, welche aus einer Lösung von roher Soda und etwas Harz besteht.

Als Eau aimantée verkaufen C. Defrance, L. Vernauchet und Vialet in Paris für 64 M. 100k einer gelben concentrirten Sodalösung.

Désincrustant végétal liquide von Nicolau in Lyon bildet eine braune, zähe, saure Flüssigkeit, welche wesentlich aus Melasse besteht. 100k kosten 60 M.

Der Schwindel mit werthlosen Geheimmitteln gegen Kesselsteinbildungen scheint also in Frankreich ebenfalls in höchster Blüthe zu stehen (vgl. 1884 251 538).

F.

Ueber Bildung und Verarbeitung von Schlacken.

Zur Kennzeichnung des Charakters der schottischen Hochofenschlacken gibt M. Weber in der Berg- und Hüttenmännischen Zeitung, 1883 S. 565 folgende Analysen:

Körnig Glasig Altes System
Kieselsäure 57,95 52,71 43,24
Thonerde 21,96 21,44 29,93
Kalk 16,24 19,13 25,18
Magnesia 0,43 3,70 0,88
Calcium 1,67 1,12
Schwefel 1,33 0,90
Manganoxydul 0,37 0,64
Eisenoxydul 0,05 0,36
–––––– –––––– –––––––
100,00 100,00 99,23.

G. Hilgenstock besprach auf der Generalversammlung des Vereins deutscher Eisenhüttenleute vom 9. December 1883 (vgl. Stahl und Eisen, 1884 S. 2) das Verhalten des Phosphors im Hochofen, namentlich ob, wie dies meist behauptet wird, sämmtliche in den Hochofen gebrachte Phosphorsäure sich als Phosphor im Roheisen wiederfindet, oder ob nicht vielmehr ein Theil derselben in die Schlacke geht bezieh. mit den Gichtgasen entweicht.

Zur Prüfung der Gichtgase auf flüchtige Phosphorverbindungen wurden wiederholt 150 bis 1000l Gase durch ein Asbestfilter gesaugt, um den Staub zurückzuhalten, dann durch rauchende Salpetersäure gesaugt oder mit Luft verbrannt, ohne daſs es gelang, Phosphorsäure aufzufinden. Es werden somit im Hochofen keine nachweisbaren Mengen Phosphor verflüchtigt. Wo man nach der Berechnung einen Abgang an Phosphor vermuthen sollte, liegt ein Fehler