Text-Bild-Ansicht Band 253

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langsam schlieſst. Soll sich nun letzteres öffnen, so dreht man B um 90°, wobei A durch F mit D in Verbindung tritt und die in A befindliche Preſsluft sich nach auſsen ausdehnen und das Wasser aus A drücken kann. Ist dies geschehen und dreht man dann den Hahn B wieder um 90°, sodaſs E mit C in Verbindung tritt, so öffnet der unter dem Ventile a zurückwirkende Wasserdruck, der den Windkesseldruck überwiegt, das Ventil a, bis durch die Durchbohrung c ein Ausgleich der Pressungen stattfindet und sich das Ventil a wieder schlieſst.

Für die Wirkung des Ventiles ist es Bedingung, daſs der Windkessel immer mit einem gleichen Volumen Luft gefüllt bleibe. Verringert sich diese Luftmenge oder wird dieselbe mit der Zeit vom Wasser ganz absorbirt, so daſs letzteres den Windkessel völlig anfüllt, so hört das Ventil auf zu wirken, oder es öffnet sich nur ganz kurze Zeit, um sich sofort wieder zu schlieſsen.

Jac. Jooſs, in Firma Jooſs Söhne und Comp. in Landau (* D. R. P. Nr. 26244 vom 15. Juli 1883) hat ein einfaches selbstschlieſsendes Ventil angegeben, welches jedoch offen gehalten werden kann (vgl. dagegen Chameroy, 1884 252 * 448). Dasselbe besitzt folgende Einrichtung: Das Rohr g1 (Fig. 3 Taf. 18), welches auf das Wasserleitungsrohr geschraubt wird, erweitert sich plötzlich zu einer cylindrischen Kammer g, welche den Auslauf d trägt und von einem mit centraler Durchbohrung versehenen Deckel geschlossen wird. Auf der inneren Seite des Deckels ist eine starke Lederscheibe f angebracht. In dem Rohre g1 befindet sich eine Stopfbüchse mit Lederstulpen. In dieser und der Durchbohrung des Deckels führt sich der hohle Stempel a, welcher in g mit einem hohlen Kolben b versehen ist, um in g dicht schlieſsend zu gleiten. Die vordere Kolbenplatte besitzt Oeffnungen c, welche bei geschlossenem Ventile gegen f anliegen. Behufs Oeffnung des Ventiles drückt man den Stempel a unter Ueberwindung des Wasserdruckes zurück. Das Wasser flieſst dann durch a, b, c, g und d aus. Hört der Druck auf a auf, so schiebt der Wasserdruck den Stempel a vor und schlieſst dadurch die Oeffnungen c allmählich. Dieser Schluſs geschieht aber um so langsamer, je mehr sich der Hohlkolben b der Lederscheibe f nähert Der Gesammtquerschnitt der Oeffnungen c wird je nach dem vorhandenen Drucke so bemessen, daſs bei geschlossenem Ventile der Gegendruck, welchen das Wasser auf a und b ausübt, nur so groſs wird, als nothwendig ist, um den Kolben selbstthätig gegen f zu schieben. Das Ventil soll sowohl als Auslaufhahn, als auch als Closetventil Verwendung finden.