Text-Bild-Ansicht Band 253

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mittels galvanischer Batterien zu erzeugen – von Humphry Davy 1802 an – und der dabei verwendeten galvanischen Elemente, erörtert Probert die Kosten der Herstellung des elektrischen Lichtes mittels Dynamomaschinen und mittels Batterien und kommt zu dem Schlüsse, daſs für verhältniſsmäſsig groſse Beleuchtungsanlagen galvanische (primäre) Batterien wenig Aussicht auf Erfolg haben, daſs sich dagegen bei kleineren Anlagen – von etwa 10 bis 20 Lampen – für sie ein Feld bieten könne, weil man da schwerlich eine Dynamomaschine und eine Betriebsmaschine werde anschaffen wollen, vielleicht aber aus Gesundheitsrücksichten mit dem Aufwände für elektrisches Licht nicht knausern möge.

Eine Verminderung der Kosten (vgl. 1883 248 430) lasse sich nach vier Richtungen hin anstreben, zunächst indem man das theure Zink durch billigere Metalle wie Blei und Eisen ersetze, dann dadurch, daſs man eine billigere Füllungsflüssigkeit anwende, z.B. Salzsäure an Stelle der Schwefelsäure, ferner durch vollständigere Erschöpfung dieser Flüssigkeit und endlich durch Gewinnung werthvoller Nebenproducte (vgl. 1883 248 38).

Probert bespricht schlieſslich noch einige der in jüngster Zeit für Beleuchtungszwecke insbesondere in Vorschlag gebrachten galvanischen Batterien1), welche er in zwei Klassen eintheilt, je nachdem die Füllungsflüssigkeit in den Elementen sich in Ruhe befindet, oder bewegt wird. Zu ersteren gehören.

Das Element von Holmes und Burke mit heberartiger Vorrichtung zum Füllen und Entleeren der aus je 8 Zellen bestehenden Batterien und Abführung der gasförmigen Producte nach einem Gefäſse, wo sie gelöst oder absorbirt werden. Die Füllungsflüssigkeit besteht aus salpetersaurem Natrium, welches in verdünnter Schwefelsäure gelöst ist. Der Wasserstoff zersetzt das salpetersaure Natrium; es bildet sich schwefelsaures Natrium und Salpetersäure, doch nur während der Stromerzeugung. Die Elektroden sind, wie gewöhnlich bei den Batterien zur elektrischen Beleuchtung, Kohle und amalgamirtes Zink.

Das Element von O. C. D. Roß, bei welchem jede Zelle zwei Kohlenplatten (gebildet aus neben einander gestellten Kohlenstäben von 13mm Dicke) enthält, welche in verdünnter Salzsäure stehen; letzterer soll eine von Roß geheim gehaltene, „Eureka“ genannte Mischung zugefügt sein, welche jedoch zweifellos durch Salpetersäure ersetzt werden könnte. Die Zinkplatten stehen in gewöhnlicher Salzlösung und die Flüssigkeiten sind durch poröse Scheidewände getrennt.

Die „Edco“- oder „Heap“-Batterie, in welcher Kohle-Zink mit doppelchromsaurem Kalium zur Depolarisation und verdünnte Schwefelsäure als Erreger benutzt werden. Die mit Blei gefütterten Zellen enthalten 6l,75 (1½ Gallon) Flüssigkeit, welche fertig käuflich ist, zum Preise von 22 Pf. für 1l (1 Schilling die Gallon). Die Zinkplatten messen 254 × 152mm und wiegen 1k,360 (3 Pfund englisch). Die elektromotorische Kraft ist 2 Volt, der Widerstand 0,2 Ohm.

Das Element von Oliphant, Burr und Gowan gehört zur zweiten Gruppe, den Elementen mit bewegter Flüssigkeit; die Zinkplatten werden vor dem Amalgamiren mit einem dünnen Goldüberzuge versehen, was die lokalen Wirkungen vermindert. Die Elemente stehen jedes um 2mm höher als das nächst folgende. Zwei kleine Pumpen halten die Flüssigkeiten (Bichromatlösung und Lösung von Quecksilbersalzen) in beständiger Bewegung.

Schlieſslich bespricht Probert die Verbesserung der Lampen, wobei er für den idealen leuchtenden Leiter für Glühlampen die Kugelform als vollkommenste bezeichnet, welche bei kleiner Masse und kleiner Oberfläche die gröſste Dauer haben würde. Für den besten Stoff für den Leiter hält Verfasser die durch Glühen reiner Kohlenwasserstoffe erhaltene Kohle, worauf Probert mit Boullon und Soward im November 1882 ein englisches Patent erhalten haben.

In der Haarlampe von Woodhouse und Rawson wird ein äuſserst dünner Leiter benutzt, über dessen Herstellung aber noch nichts bekannt ist, der aber auch aus abgeschiedener Kohle zu bestehen scheint.

In der sich an den Vortrag anschlieſsenden Besprechung wurden noch verschiedene Einzelheiten der oben erwähnten vier Elemente, sowie der Batterie von Lalande und Chaperon behandelt.

1)

In England sind in den letzten 3 Jahren etwa 150 Patente auf Verbesserungen galvanischer Batterien angemeldet worden.