Text-Bild-Ansicht Band 253

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erneuert werden, weil die ersten Ringe in der schwach schwalben-schwanzförmigen Nuth nicht genau genug eingepaſst waren. Die Hartgummidichtung hat sich sowohl bei zweisitzigen Teller-, als auch bei viersitzigen Glockenventilen vorzüglich bewährt.

Auf der Steinkohlenzeche Gottessegen im Bergreviere Oestlich-Dortmund wurden bei überaus sauren Grubenwassern statt der bisherigen Guſseisen-Pumpenventile mit vorzüglichem Erfolge sowohl Saug-, als Druckventile von 315 bezieh. 445mm Durchmesser ganz aus Hartblei angewendet. (Nach der Zeitschrift für Berg-, Hütten- und Salinenwesen, 1884 S. 284.)

Verfahren, Holz zu trocknen.

Nach dem Vorschlage von E. Roßdeutscher in Potsdam (D. R. P. Kl. 38 Nr. 27855 vom 17. Januar 1884) wird das von der Rinde befreite grüne Holz in Knochenkohle, Beinschwarz oder Torfstreu derart eingebettet, daſs die Luft nicht zutreten kann. In Folge der starken Aufsaugefähigkeit der genannten Stoffe soll die im Holze enthaltene Feuchtigkeit aufgenommen und dann an die Luft weiter gegeben werden. Nach Verlauf von 10 bis 14 Tagen soll grünes Holz völlig trocken und riſsfrei bearbeitungsfähig sein. Wo dagegen die Umhüllungsschicht das Holz nicht völlig bedeckt hat und die Luft frei hinzukommen konnte, soll dasselbe rissig werden.

Ch. E. Allen's Befestigungsnadeln für Teppiche.

Um Schonteppiche, Matten und sonstige Ueberzüge leicht auf gegen Verunreinigung zu schützenden Teppichen befestigen zu können, sind nach dem Scientific American, 1883 Bd. 49 S. 344 von Ch. E. Allen in Winsted, Conn., besondere Nadeln ausgeführt worden, deren Form und Gebrauch aus nebenstehenden Figuren ersichtlich ist. Die Nadeln sind aus U-förmig gebogenem Draht gefertigt, haben schlank zugeschärfte Spitzen und zweimal ausgebogene Zinken.

Textabbildung Bd. 253, S. 300

Die Ausbiegung des Kopftheiles ist stärker hervortretend als die den Spitzen näher liegende und entspricht die erstere der Dicke beider zu vereinigender Stoffe zusammengenommen, letztere bloſs jener des unteren Stoffes. Ebenso ist auch der Uebergang der Ebene der mittleren Zinkentheile in die des Kopftheiles ein steilerer als jener gegen die Spitzen hin. Beim Gebrauche wird die Nadel in aufrechter Stellung durch beide Stoffe hindurchgesteckt, dann zurückgeneigt und gleichzeitig bei straff angezogenem oberem Stoffe vorgeschoben, bis der Kopf vollständig zum Aufliegen kommt. Die Nadel nimmt dann die aus der Zeichnung ersichtliche Lage zwischen beiden Stoffen an.

Lauth's Gieſsen des Thones in Gypsformen.

Das für kleinere Gegenstände altbekannte Gieſsverfahren des Thones in Gypsformen wird nach Ch. Lauth, Verwalter der Porzellanfabrik zu Sèvres, im Génie civil, 1884 Bd. 5 * S. 155 für gröſsere Gegenstände in folgender Weise angewendet. Da nämlich durch Aufsaugen des Wassers seitens des Gypses aus der ihn berührenden Thonmilch zwar eine steife Thonschicht gebildet wird, diese jedoch ohne weiteres nicht fest genug ist, um nach dem Abflüsse der überschüssigen Thonmilch der eigenen Schwere gegenüber ihre Gestalt zu bewahren, so wird die Festigkeit der Thonschicht, dem Ergebnisse des vorliegenden Verfahrens, durch Luftdruck unterstützt, welcher theils gewissermaſsen tragend, theils aber entwässernd, also festigend wirkt. Je nach Gestalt und Gröſse der zu gieſsenden Gegenstände wird entweder die Form von einem Metallgefäſse luftdicht umschlossen und aus dem zwischen Form und den Wandungen des letztgenannten Gefäſses bleibenden Hohlraum die Luft gesaugt, so daſs die freie Luft auf die Thonschicht drückt, oder man läſst künstlich erzeugten Luftdruck auf die Thonschicht wirken. Einzelheiten findet man in der Quelle angegeben. Es erinnert dieses Verfahren an die Thätigkeit des Saugekastens bei Papiermaschinen.