Text-Bild-Ansicht Band 253

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Neuerungen in der Gespinnstfabrikation; von Hugo Fischer.

(Patentklasse 76. Fortsetzung des Berichtes Bd. 249 S. 250.)

Mit Abbildungen im Texte und auf Tafel 22.

5) Kämmmaschinen.

Seit dem letzten Berichte über die im Deutschen Reiche patentirten, die Construction von Kämmmaschinen betreffenden Erfindungen ist wiederum eine Anzahl Neuerungen durch die amtliche Veröffentlichung der Patentschriften bekannt geworden, deren wesentliche Grundzüge im Nachfolgenden einer kurzen Besprechung unterzogen werden sollen. Die neuen Patente beziehen sich vorzugsweise auf die Abänderung bestimmter Theile der Heilmann'schen, Noble'schen, Hübner'schen und Imbs'schen Kämmmaschine; nur zwei derselben betreffen vollständig neue Anordnungen von Kämmmaschinen und erwecken dadurch ein besonderes Interesse. Es sind dies die Patente von Truxler und von Sprecher. Während die neue Maschine des ersteren nach sachverständigem Urtheile groſse Vorzüge gegenüber der früheren Construction (vgl. 1880 238 * 395) und auch gegenüber anderen Kämmmaschinen aufweist, dürfte der wahre Werth der eigenartigen Maschine von Sprecher erst durch die praktische Anwendung zu erweisen sein.

Die Kämmmaschine Heilmann'schen Systemes von F. C. Glaser in Berlin (* D. R. P. Nr. 21157 vom 20. Mai 1882) ist von den bisher bekannten gleichnamigen Maschinen durch Abänderung der Speise Vorrichtung und des Abreiſsapparates unterschieden. Die Figuren 1 und 2 Taf. 221) zeigen die betreffende Einrichtung in zwei verschiedenen Arbeitsstellungen. Dem Speiseroste a ist ein Walzenpaar b angefügt, welches an der Speisebewegung des Rostes theilnimmt und bei der Zurückschiebung mittels eines Schaltmechanismus derart in Drehung versetzt wird, daſs das zwischen die Walzen geführte, zu kämmende Band zwischen den beiden Rosthälften gegen die Speisezange c hin vorgeschoben wird. Der bekannte Speisekamm d hält bei dem Vorwärtsgange des Rostes das Band fest, so daſs dasselbe aus der geöffneten Zange c hervortritt. Die Gleitfläche der gesammten Speisevorrichtung ist gegen die Ebene des Speiserostes geneigt. Der zum Abnehmen der gekämmten Faserbärte und zur Bildung des Kammzugbandes dienende Abreiſsapparat setzt sich aus einem endlosen, über die Walzen e und f geleiteten Riemen mit zwei auf diesem ruhenden Druckwalzen g, h und der Abreiſswalze i zusammen. Zur Stützung dieser Theile dienen Hebel, die durch Excenter der Kammwalzenwelle so bewegt werden, daſs die Abreiſswalze nach dem Vorübergehen

1)

In diesen und den folgenden Zeichnungen bedeutet:

Punkt an dem Pfeilende • → Uebergang aus der Ruhe in die Bewegung nach der Pfeilrichtung.

Punkt an der Pfeilspitze → • Uebergang aus der Bewegung in die Ruhelage.