Text-Bild-Ansicht Band 253

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Die Formhülsen können auch für die Herstellung abgesetzter Kerne eingerichtet werden. Um Luftkanäle in die Kerne zu stoſsen, verlängert man den Zapfen C nach oben und befestigt an diese Verlängerung einen Hebel, welcher eine in Führungen gleitende Nadel trägt. Behufs schnellerer Auf- und Abbewegung der Spindel L kann an diese direkt eine Zahnstange mit Trieb- und Handrad angebracht werden. Diesbezügliche Abänderungen sind in der Patentschrift vorgeführt.

Zur Herstellung von Röhrenformen, deren Mäntel aus verschiedenen auf einander gestellten Sandcylindern bestehen, benutzt Jos. Kudlicz in Sedlec, Böhmen (* D. R. P. Nr. 26772 vom 17. Juni 1883, vgl. 1881 242 * 405) eine Maschine, welche, wie Fig. 7 Taf. 26 zeigt, im Wesentlichen aus dem cylindrischen Kasten M und dem mittels eines Zahnstangengetriebes in lothrechter Richtung verschiebbarem Kerne K von einer dem äuſseren Durchmesser des zu gieſsenden Rohres gleichen Stärke besteht. Um nun ein leichtes Herausnehmen der gestampften Mäntel aus dem Formkasten M zu ermöglichen, legt man auf dem Boden desselben um den Kern K herum den Ring R (Fig. 8 und 9 Taf. 26). Derselbe besitzt an seinem Umfange verschiedene Aussparungen o, um mit den Händen unter den leicht abnehmbaren Ring r fassen zu können, und an seinem inneren Umfange bewegliche Knaggen t, welche durch Federn radial einwärts geschoben werden. Diese Knaggen werden bei hochstehendem Kerne K von letzterem in den Ring R zurückgedrängt. In dieser Lage findet das Vollstampfen der Form statt. Ist letzteres vollendet, so senkt man den Kern K, bis die Knaggen t über seine obere Endfläche aus dem Ringe R heraus treten. Nun hebt man den Kern K wieder, wodurch der Sandmantel, auf dem Ringe R bezieh. r stehend, bis über den Formkasten gehoben wird und nun mittels des Ringes r bequem erfaſst und ohne Beschädigung zum Trockenraume gebracht werden kann. Aehnliche Einrichtungen sind zur Herstellung der Muffenenden, der Eingüsse u.s.w. getroffen.

Im Génie civil, 1883/4 Bd. 4 S. 141 wird eine von Fr. Sagnes construirte Formmaschine besprochen, welche sich (in der Gieſserei von Bergès in Paris) bei Herstellung kleinerer Guſsgegenstände aus Bronze, z.B. Schiffsbeschlagnägel, Nieten, Geschoſszünder, Quetschkugeln für die Pulverfabrikation u. dgl. schon bewährt haben soll. Um Schiffsnägel herzustellen, erhält die Maschine die in Fig. 6 Taf. 26 ersichtliche Einrichtung. Die Formplatte P, auf welcher die Modelle der Nagelköpfe angebracht sind, ruht auf dem Gestelle O. Unter derselben liegt die mittels des Hebels L, des Triebes E und der Zahnstange M lothrecht verstellbare Stange T, welche an ihrem oberen Ende den Tisch P1 trägt. Auf letzterem sind die nach oben gerichteten Modelle für die Schäfte der Nägel befestigt, so daſs dieselben durch Oeffnungen der Nagelkopfmodelle hindurch über die Platte P hervortreten können. In dieser Lage wird auf die Platte P ein Formkasten mit Preſsrahmen gesetzt und werden