Text-Bild-Ansicht Band 253

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dann beide mit Sand gefüllt. Der Preſskopf B wird behufs möglichster Beschleunigung der Preſsarbeit durch ein Kurbelgetriebe (ähnlich wie bei Stoſsmaschinen) bewegt. Die auf der Kurbelscheibe H befestigte Pleuelstange b greift direkt an die in Führungen gleitende Stange C des Preſskopfes B an. Die Bewegung der Kurbelscheibe H erfolgt mittels der Riemenscheibe F mit Schwungrad V und der Zahnräder J, K. Das Schwungrad kann mittels der Kuppelung D und der Hebel L1 und D1 vom Preſstische aus leicht mit der Welle A1 gekuppelt werden. Das Sperrrad R mit Sperrklinke R1 verhindert einen Rückgang der Kurbelscheibe H und damit die unbeabsichtigte Senkung des Preſskopfes B.

Ein ähnliches Verfahren zum Formen von Guſsnägeln, bei welchem eine getrennte Abformung der Köpfe und eine darauf folgende Herstellung der Nagelschäfte mittels Durchstecken eines besonderen Modellstiftes durch die den Nagelköpfen entsprechenden Modelle stattfindet, wurde von O. H. Stamm in Cassel (* D. R. P. Nr. 24440 vom 14. Januar 1883 und Zusatz * Nr. 26431 vom 11. August 1883) vorgeschlagen.

Gallas und Aufderheide in Kaiserslautern wurde zu ihrem Patente * Nr. 19572 (vgl. 1883 250 * 8) ein Zusatzpatent * Nr. 23343 vom 9. August 1881 ertheilt, welches Einrichtungen zur leichteren Handhabung der Formmaschine betrifft. Eine derselben strebt die Fortlassung des das Gewicht des Preſstisches theilweise ausgleichenden Gegengewichtes an. Es soll dies durch Anordnung eines Differentialkettenzuges bewirkt werden. Auf den Wellen a (Fig. 5 Taf. 26) der in die Zahnstangen des Preſstisches eingreifenden Triebe D sind je zwei Kettenrollen, eine von kleinem, die andere von doppelt so groſsem Radius aufgekeilt. Auf diesen Rollen sind nun Ketten befestigt, welche in ihrer unteren Schleife Tragerollen K aufnehmen, deren Wellen mit dem Preſstische fest verbunden sind. Beim Drehen der Wellen a wickeln sich also gröſsere Kettenlängen ab, als sich aufwickeln oder umgekehrt und findet hierdurch die Hebung und Senkung des Preſstisches statt. Nebenbei stehen aber die Triebe mit den Zahnstangen noch in Eingriff. Ein besonderer Zweck dieser umständlicheren Anordnung ist durchaus nicht einzusehen. Allerdings wird in der Patentschrift die ganz unverständliche Behauptung aufgestellt, daſs durch diese Anordnung (der 4 Kettenzüge) der Preſstisch mit beliebiger Belastung annähernd durch die halbe Kraft gehoben werden könne, als wenn die Kettenzüge nicht vorhanden wären. Dies ist aber offenbar falsch; denn der auf die Windekurbel auszuübende Druck hängt ausschlieſslich ab von dem Verhältnisse des Hebelarmes derselben zum Radius des Triebes und die 4 Kettenzüge bringen im besten Falle nur passive Bewegungshindernisse hervor. – Auſserdem ist noch eine zweite Ausführung angegeben, nach welcher Preſstisch und Maschinengestell nur durch einen Differentialflaschenzug mit einander verbunden sind und beide durch Handhabung des letzteren einander genähert oder von einander entfernt werden können. Die zweite Neuerung betrifft eine unwesentliche