Text-Bild-Ansicht Band 253

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Kohlenstoff 72,88
Wasserstoff 0,48
Sauerstoff 2,31
Stickstoff 0,56
Schwefel 2,56
Asche 18,36
Wasser 2,85
––––––
100,00.

Demnach lieferten 100 Th. obiger Steinkohle bei der Verkokung

53,2 Th. Kokes 46,8 Th. flüchtige Producte
mit entsprechend mit entsprechend
Kohlenstoff 39,91 Th. 68,3 Proc. Kohlenstoff 18,53 Th. 31,7 Proc.
Wasserstoff 0,26 6,9 Wasserstoff 3,49 93,1
Sauerstoff 1,27 21,2 Sauerstoff 4,72 78,8
Stickstoff 0,31 28,7 Stickstoff 0,77 71,3
Schwefel 1,40 72,9 Schwefel 0,52 27,1
Asche 10,05 100,0 Asche 0,0
Wasser 0,0 Wasser 18,77 100,0
––––––– –––––––
53,20 Th. 46,80 Th.

Wie viel von dem bei diesem Versuche in die flüchtigen Producte übergegangenen Stickstoffe darin in Gestalt von Ammoniak enthalten war, lieſs sich nicht ermitteln. Winkler nimmt aber an, daſs jährlich 18000000l Steinkohlen verkokt werden, woraus man 58600t Ammoniak gewinnen könnte, d.h. etwa so viel Stickstoff, als der Landwirthschaft in Gestalt von südamerikanischem Salpeter zugeführt wird.

Zur Nachahmung der Patina; von Ed. Donath in Leoben.

Die Bildung des Edelrostes oder der sogen. Patina hat in der letzteren Zeit mehr als je das Interesse weiterer Kreise hervorgerufen. Die Thatsache, daſs viele der neueren Bronzebildwerke sich binnen kurzer Zeit mit einem unschönen, dichten, grauschwarzen Ueberzuge bedeckten, welcher den betreffenden Gegenständen ein ungefälliges Aeuſsere verlieh, veranlaſste zu Untersuchungen über die Ursachen dieser Erscheinungen einerseits, sowie über die Bedingungen der Bildung jener schönen, glatten und dichten Patina, wie sie insgesammt die älteren und auch mehrere der neueren Bronzen zeigen.

Am gründlichsten ist die Patinabildung in neuester Zeit von Rud. Weber (vgl. 1882 245 86 ff.) studirt worden.1)

1)

Die Hauptergebnisse seiner Untersuchungen lassen sich in Kürze in Folgendem zusammenfassen: 1) Auſser auſseren Einflüssen der Atmosphärilien, Regen und Sonne, hat auf die Bildung und Beschaffenheit der Patina den wesentlichsten Einfluſs die Zusammensetzung der Legirung. 2) An Zink reiche Legirungen, wie dieselben von den Kunstgieſsern jetzt häufig wegen ihrer geringeren Härte und anderen beim Gusse vortheilhaften Eigenschaften benutzt werden, sind hauptsächlich die Ursachen des erwähnten grauschwarzen, stumpf aussehenden Ueberzuges. Ebenso nachtheilig sind schon geringere Beimengungen von Arsen und Antimon in den Legirungen. 3) Die Ursache des nachtheiligen Einflusses stark zinkischer Legirungen liegt in der Ausfällung eines dunklen,