Text-Bild-Ansicht Band 253

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geringe Bewegung der Luft hinreicht, um Verlöschen zu bewirken, vor Luftzug geschützt sind; ich habe für diesen Fall einen kleinen Glimmercylinder für sehr praktisch befunden; derselbe empfiehlt sich besonders durch seine Durchsichtigkeit und Haltbarkeit gegen Wärme. Eine Sicherheitslampe dieser Construction ist in Fig. 1 abgebildet; sind mehrere solcher Lampen erforderlich, so werden dieselben entweder auf ein gerades, oder kreisförmig gebogenes Gasrohr in geeigneten Entfernungen aufgeschraubt.

Fig. 1., Bd. 253, S. 408

Es ist zwar anzunehmen, daſs ein freiwilliges Verlöschen einer oder mehrerer solcher Flammen unmöglich ist; doch schlieſst die Construction der eingeschalteten Regulatoren bei nicht genügender Beaufsichtigung immerhin die Möglichkeit nicht aus, daſs durch irgend welchen Zufall ein Verlöschen eintreten könnte. Und auch für diese Fälle muſs Bedacht genommen werden.

Es sind viele Apparate und Constructionen empfohlen worden, um die weitere Ausströmung von Gas aus Lampen, deren Hähne nicht geschlossen sind, zu verhindern. Man glaubte namentlich die Diffusionserscheinungen von Leuchtgas gegen Thonplatten mit Erfolg benutzen zu können, und Ansel u.a. construirten derartige Apparate; ihre Wirkung ist jedoch nicht verläſslich genug und da galvanische Elemente und Elektromagneten mit denselben verbunden werden müssen, um den Gaszufluſshahn selbstthätig zu schlieſsen, so sind dieselben wegen der wenig regelmäſsigen und unzuverlässigen Leistung in der Praxis gar nicht verwendbar. Auch die Eigenschaft des Platin- bezieh. Palladiumschwammes, in mit Leuchtgas geschwängerter Luft sich bis zum Glühen zu erwärmen, konnte nicht berücksichtigt werden, da auch hier ein elektrischer Strom erforderlich ist und die Condensation von geringen Mengen Leuchtgas nur unter Anwendung eines Luftstromes und erst bei etwa 40° stattfindet. Uebrigens sind alle diese Apparate viel zu umständlich. Praktisch verwendbar sind nur solche, welche möglichst direkt wirken, deren Construction einfach und dauerhaft, deren Prüfung auf genaue Wirkung nur in gröſseren Zeiträumen erfolgen muſs, deren Mechanismus offen liegt und übersichtlich geordnet ist, so daſs ein flüchtiger Blick oder geringfügige Prüfung genügt, um eingetretene Störungen sofort zu erkennen.

Martin hat zuerst nachgewiesen, daſs Metallband, welches aus zwei verschiedenen fest mit einander verbundenen Metallen besteht, durch Temperaturerhöhung sich beträchtlich krümmt und daſs eine aus solchem Bande gefertigte Spirale sich durch Temperaturveränderung mehr oder weniger zu- oder aufrollt; auf diesem Prinzipe beruht bekanntlich die Construction der Metallthermometer. Rob. Koch verwendete dieses Prinzip