Text-Bild-Ansicht Band 253

Bild:
<< vorherige Seite

die nun folgende Lauge bildet die sogen. Halblauge, welche zum Auslaugen der nächsten Pressen Verwendung findet; dieselbe sinkt bei weiterer Auslaugung, indem sie Nichtzuckerstoffe löst, in Tralles-Graden; häufig zeigt sie sogar Brix-Grade und geht darauf wieder, nachdem die Auslaugung vollzogen, annähernd auf die ursprünglichen Grade zurück. Nehmen wir also die Mutterlauge zu 35° Tr., die Halblauge zu 10° Tr. an, so würde sich der Ablauf beim Auslaugeprozesse ungefähr folgendermaſsen gestalten:

35° Tr. 30° Tr. 20° Tr. 15° Tr. 10° Tr. 5° Tr. 0° Tr.
1° Br. 2° Br. 1° Br. 0° Br. 5° Tr. 8° Tr. 10° Tr.

Diesen Prozeſs hat man durch häufiges Spindeln im Probecylinder zu vergleichen. Die Lauge von 35° Tr. bis 15° Tr. geht zur Destillation, die von 15° Tr. bis 2° Br. und 2° Br. bis 10° Tr. aber nach der Halblaugenpumpe, um durch diese in das Halblauge-Durckgefäſs befördert zu werden. Das Trennen der Destillationslauge von der Halblauge geschieht, indem man das Halblauge-Ablaufventil öffnet und das Destillationslaugenventil schlieſst. Zu Anfang des Betriebes nimmt man direkt 35er Spiritus zum Auslaugen.

Man schlieſst jetzt das Halblauge-Eingangsventil und öffnet das Spiritus-Eingangsventil, welches vom Spirtus-Druckgefäſse gespeist wird. Der Ablauf geht bis zu 15° Tr. durch das Halblauge-Ablaufventil und von 15° Tr. bis 28° Tr. durch das Destillationslaugenventil. Den nun abgehenden Spiritus läſst man durch das Spiritus-Ablaufventil in die Spiritusbehälter flieſsen und setzt die Behandlung mit Spiritus so lange fort, bis der Ablauf etwa 32° Tr. zeigt, wenn Spiritus von 35° Tr. zur Anwendung kam; bei Benutzung von 40er Spiritus laugt man, bis 37er abflieſst, aus. Der letzt abflieſsende ungefärbte Spiritus wird wieder zum Löschen des Kalkes benuzt.

Zum Abnutschen des in den Kuchen befindlichen Spiritus mittels Nutschpumpe schlieſst man das Spiritus-Eingangsventil, öffnet 1 Minute lang das Verbindungsventil der Kanäle, um den in den Druckkammern befindlichen Spiritus nach einem Sauggefäſse abflieſsen zu lassen, schlieſst dieses Verbindungsventil und öffnet das Luftventil. Die Luftpumpe verursacht in dem Sauggefäſse eine Luftverdünnung, diese pflanzt sich auf die Ablaufkammern der Presse fort, der Spiritus geht in das Sauggefäſs und durch eine Posaune in ein Spiritusmischgefäſs, während die Spiritus haltige Luft durch die Luftpumpe in den Entgeistungsapparat gedrückt wird und aus diesem als entgeistete Luft ins Freie entweicht.

Der Zuckerkalkbrei wird in Blasen durch Einleiten von direktem Dampfe verflüssigt und vom Spiritus befreit; die Spiritusdämpfe werden in Röhrenkühlern niedergeschlagen und der Spiritus läuft durch Probeapparate nach den Spiritusmischgefäſsen. Die Destillation der alkoholischen Laugen geschieht in Colonnenapparaten, welche ähnlich den in Brennereien gebrauchten sind. Die spirituose Lauge flieſst oben ein und die von Alkohol freie Düngerlauge unten ab; letztere wird mittels einer Pumpe in die Düngerlaugenbehälter gepumpt, von wo die Lauge abgefahren wird. Auf 100 Th. Zucker der Füllmasse kommen:

Gesammt
Nichtz.
Kohlens.
Salze
Kohlens.
Alkalien
Kohlens.
Kalk
Organische
Substanz

Quotient
7,86 4,46 1,43 3,03 3,40 92,7
9,40 4,36 1,76 2,60 5,04 91,4
12,05 7,00 3,95 3,05 5,05 89,2
5,18 3,61 1,07 2,54 1,57 95,6
6,49 4,06 2,35 1,71 2,43 93,9
11,49 4,15 3,13 1,02 7,34 89,7
9,54 3,73 1,91 1,82 5,81 91,3
11,36 6,50 5,46 1,04 4,86 89,7
8,02 5,35 4,30 1,05 2,67 92,5
3,52 2,54 1,56 0,98 0,98 96,6
7,68 4,44 3,20 1,24 3,24 92,8
3,90 2,86 1,44 1,42 1,04 96,3
5,43 3,10 2,45 0,65 2,33 94,9
8,97 4,95 3,64 1,31 4,02 90,6
4,40 2,53 1,59 0,94 1,87 95,7
7,13 4,28 3,45 0,83 2,85 93,3