Text-Bild-Ansicht Band 253

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möglichst gleichmäſsige Temperatur herrsche und diese angenähert nach dem Mariotte'schen Gesetze erfolge. Jeder Cylinder hat 0m,12 Durchmesser, 0m,25 Hub und beträgt die Anzahl der Hübe 60 in der Minute, wobei 3cbm,5 Luft von 3 k/qc Spannung geliefert werden. In der Nähe der Verdichtungspumpe ist ein Nebenbehälter für die Preſsluft mit Ventil und Warnungspfeife aufgestellt. Den Antrieb der Verdichtungspumpen besorgt die Betriebsmaschine und ist eine Belleville'sche Locomobile zur Aushilfe vorhanden. Die Luft wird in 12 auf 4 k/qc Druck geprüften Stahlblechkesseln von je 670l Inhalt angesammelt, welche in der Höhe des Arbeitsraumes aufgestellt und mit Luft von 3 k/qc gefüllt erhalten werden. Die Füllung genügt für eine 12 stündige Schicht. Die Behälter sind durch Rohre mit einander in Verbindung gebracht; es kann aber jeder einzelne durch Zuhilfenahme von Zwischenhähnen ausgeschaltet werden. Die Leitung besteht aus Bleiröhren von 26mm lichter Weite und ist in passenden Entfernungen mit Messinghähnen für die Ableitung versehen. Beim Blasen groſser Werkstücke entnimmt man die Preſsluft unmittelbar aus dieser Leitung, während für die Arbeit bei kleinerer Hohlwaare besondere Niederdruckkessel vorhanden sind. Die Einrichtung derselben gleicht jener der Hochdruckbehälter; sie sind mit Manometern versehen und werden von Hand aus den Hochdruckbehältern mit Luft von 500 bis 1000 g/qc Pressung gefüllt. In die Leitung der Hochdruckcylinder ist ferner ein Regulator eingeschaltet. Der früher angewendete Quecksilberregulator mit Taucherglocke ist durch einen Pintsch'schen Apparat ersetzt worden, bei welchem bloſs die Zugangsöffnungen vermehrt wurden. Dieser Regulator arbeitet zufriedenstellend und sollen Schwankungen in der Pressung über 5 g/qc hinaus nicht vorkommen.

Die Niederdruckleitung, welche mit 4 groſsen Sammelbehältern in Verbindung steht, ist an der Decke des Arbeitsraumes aufgehängt; sie besteht aus Guſseisenröhren, nach dem Systeme Petit, von 125mm Durchmesser. Manometer an Hochdruck- und Niederdruckcylindern, letztere mit freier Wassersäule, geben Aufschluſs über die Pressungen und etwa vorkommende Verluste. Die Aufstellung der Luftsammelbehälter muſs in Räumen von genügend hoher Temperatur, d. i. 30 bis 50°, geschehen, um ohne besondere Kosten die Luft auf einer solchen Wärme zu erhalten, wie sie die den Lungen des Arbeiters entströmende Luft besitzt. Eine Erhöhung der Lufttemperatur über diesen Grad hinaus erwies sich als unzweckmäſsig.

Sowohl behufs weiterer Formgebung der Glasblase, als auch um unliebsame Verzerrungen derselben zu verhüten, muſs der Arbeiter die verschiedensten Bewegungen mit der Pfeife ausführen, insbesondere auch dieselbe fortwährend drehen, um ein einseitiges Herabsinken der noch weichen Glasmasse zu verhindern. Die Apparate zur Einleitung der Luft in die Pfeife müssen dem entsprechend ziemlich umständlich ausfallen, wenn letztere während dieser Handgriffe mit der Leitung in