Text-Bild-Ansicht Band 253

Bild:
<< vorherige Seite

ergeben, wodurch obiges Ergebniſs der Rechnung in Anbetracht der hier obwaltenden kleineren Verhältnisse seine Bestätigung findet. Je ausgedehnter die Ausnutzung gepreſster Luft erfolgt, desto niedriger werden sich die Auslagen natürlich stellen; es bleiben bei 2 bis 3fächern Aufwände an Luft einige Ausgabeposten, wie für Heizer, Maschinisten u. dgl., doch nur einfach, so daſs nach Allem der Schluſs begründet erscheint, daſs billige Glaswaare durch Blasen oder Pressen mit gespannter Luft vortheilhaft hergestellt werden kann.

In Fig. 7 Taf. 32 ist eine durch Luft getriebene Presse für Hohlwaare dargestellt. Im Cylinder a findet sich ein hoher Kolben mit lothrecht auf- und abgeführter Kolbenstange. Am oberen Cylinderdeckel und an der unteren Kolbenfläche sind zur Linderung der Stöſse Kautschukscheiben befestigt. Die Kolbenstange ist auch hohl und nimmt eine Schraube auf, deren Mutter in der Nabe des drehbaren, bronzenen Sternrades g eingeschnitten ist. Die Schraube hat eine durchlaufende Längsnuth, ist durch einen Keil gegen Verdrehen gesichert und trägt an ihrem Ende den Preſsstempel h. Der Vertheilungsschieber, ein einfacher Muschelschieber, wird von Hand des Arbeiters aus bethätigt. Der Luftdruck auf die obere Kolbenfläche der Presse beträgt 760k, woraus nach Abzug der zu 100k angenommenen Reibungswiderstände 660k als nutzbarer Druck verbleiben. Die Presse soll rasch arbeiten und den Glasbläser von jeder Anstrengung befreien, sowie auch einen Gehilfen überflüssig machen. Dabei belaufen sich die Auslagen auf 1,50 M. täglich, wenn der Maximalpreis 0,14 M. für Preſsluft der Rechnung zu Grunde gelegt wird; für einen Hub braucht man 10l Luft von 3 k/qc Spannung; stündlich können 100 Hübe erfolgen, daher der Verbrauch in 1 Stunde 1000l Luft beträgt.

In Folge der bequemen Zuleitungsfähigkeit der Luft sollen diese Maschinen jenen mit direkt wirkendem Dampfe vorzuziehen sein, als deren Nachtheile angeführt werden: Bedeutende Abkühlung in den Dampfleitungen, Gefahr des Verbrühens der Arbeiter beim Platzen von Röhren, Verderben von Formen und Waaren bei eintretenden Wasserniederschlägen. Es ist aber nicht einzusehen, warum diese Mängel hier mit besonderem Nachdrucke hervorgehoben werden, da dieselben in den Glashütten sonst nicht geringer sind.

Es wurde schon oben S. 451 angedeutet, daſs man Drehgestelle benutzt, in welche die Formen gebracht werden, um beim Blasen um die an der Pfeife hängende Glasmasse gedreht zu werden. Man erzeugt auf diese Weise Flaschen, Lampencylinder und andere Hohlwaare. Der Apparat selbst besteht aus einem Gehäuse mit drei innen liegenden, wagerechten Cylindern von 0m,12 Durchmesser. Die drei Kolbenstangen bewegen eine aus dem Kasten hervorragende Welle, mit welcher die Form verbunden wird. Die Luft wird der Niederdruckleitung entnommen und der Arbeiter regelt den Zutritt, indem er mit dem rechten