Text-Bild-Ansicht Band 253

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Die Einspannlänge für die Zerreiſsproben betrug 300mm, für die Verdrehungsproben 150mm.

Der verzinkte Stahldraht wird zum Umwickeln der unterseeischen Telegraphenkabel (England-Amerika) verwendet, der verzinkte Eisendraht zur Herstellung von oberirdischen Telegraphenleitungen (Deutschland); beide Drähte wurden selbstredend nach dem Walzen gezogen.

Das zu dem Kabeldrahte zur Verwendung kommende Rohmaterial ist meistens Bessemerstahl, während der Telegraphendraht aus weichem Puddeleisen besteht. Das hierzu verarbeitete Roheisen ist eine Mischung von gewöhnlichem westfälischen weiſsen Puddel-Roheisen, prima Siegener Holzkohleneisen und Roheisen von der Georg-Marienhütte bei Osnabrück. Die Drähte werden in Ringen von 25 bis 35k gewalzt.

Die Stärke der Verzinkung wird entweder durch Auflösen der Schicht in Salzsäure geprüft, oder es wird eine bestimmte Anzahl Eintauchungen in Kupfervitriollösung von bestimmter Zeitdauer vorgeschrieben, welche der Draht auszuhalten hat, ohne Verkupferung zu zeigen. Die Normalvitriollösung besteht dabei aus 5 Th. Wasser und 1 Th. Kupfervitriol und jede Eintauchung hat die Dauer von 1 Minute. So werden z.B. für die deutschen Telegraphendrähte mindestens fünf Eintauchungen von je 1 Minute vorgeschrieben.

Seit ungefähr 5 Jahren werden bei den Lieferbedingungen auch Verdrehungsproben verlangt, Biegeproben schon seit längerer Zeit.

Für die oben erwähnten Stahlkabeldrähte wird gefordert: 53 Tonnen für 1 Quadratzoll englisch (83k/qmm) bei 1,5 Proc. Bruchdehnung und zweimaliger Biegung um einen Draht von denselben Abmessungen. Der Draht wird um einen gleich starken Schenkel gewickelt und muſs das Wiedergeradestrecken vertragen, ohne zu brechen.

Ernst Müller.

J. Heijak's Hopfendarre.

Mit Abbildung auf Tafel 32.

Der Betrieb dieser in Fig. 11 Taf. 32 gezeichneten und von J. Heijak in Michelob, Oesterreich (* D. R. P. Kl. 6 Nr. 25041 vom 13. Mai 1883) angegebenen Hopfendarre ist ein ununterbrochener, indem die mit frischem Hopfen gefüllten Drahthorden stetig am oberen Ende des Trockenraumes eingebracht werden, in demselben auf einer schraubengangförmigen Bahn nach und nach herabrücken und schlieſslich nahe dem unteren Ende des Trockenraumes mit dem getrockneten Hopfen beständig herausgenommen werden können.

Wie die Abbildung erkennen läſst, ist in einem gemauerten, runden oben durch ein Kuppeldach mit dem Dunstabzuge R abgeschlossenen Hause durch die senkrechten Balken A und die an diesen und den Wänden nach einem Schraubengange verlaufenden Balken C und E ein