Text-Bild-Ansicht Band 253

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des Anilins durch Ansäuren der Flüssigkeit, wenigstens zum weit gröſsten Theile; ebenso wenn man statt der Naphtole ihre (Schäffer'schen) Monosulfosäuren verwendet.

Das β-Naphtolazobenzol läſst sich auſserdem durch gelindes Erwärmen mit 4 Th. gewöhnlicher Schwefelsäure, noch leichter mit einem Gemische von 3 Th. davon und 1 Th. rauchender Schwefelsäure ohne Weiterzersetzung sulfoniren; man erhält so bei der üblichen Weiterbehandlung ebenfalls die wasserlöslichen Natriumsalze, welche, was die β-Verbindung betrifft, als billiger Ersatz des aus Sulfanilsäure dargestellten Orange II des Handels in manchen Fällen dienen, während die so erhaltene α-Verbindung sich von dem Orange I technisch in so fern unterscheidet, als dieselbe eine kastanienbraune, durch Alkalien etwas ins Violette ziehende Färbung ergibt, gegenüber dem viel helleren Orange des sogen. Orange I.

Grundirungsanstrich.

Nach O. Fischer in Karlsruhe (D. R. P. Kl. 22 Nr. 28066 vom 21. Januar 1884, Zusatz zu Nr. 23 760) wird eine Untergrundfarbe gemischt aus: 100 Th. ungekochtem Blut, 10 Th. ausgebrühtem Leinsamen, 190 Th. Wasser und 10 Th. Kaliumchromat. Durch Vermischen von 275 Theilen dieser Farbe mit 75 Th. Erdöl, 20 Th. Leinöl, 1 Th. Braunstein, 1. Th. Salzsäure und 3 Th. Harz erhält man den Leinölersatz.

Verfahren zum Poliren von Cementkunststein.

Nach O. F. Jonath in Hanau (D. R. P. Kl. 80 Nr. 27 579 vom 20. November 1883) wird die aus verschieden gefärbten Cementmassen gestampfte Tafel unter Wasser erhärtet und abgeschliffen. Die hierbei zum Vorscheine kommenden Poren werden mit Cementbrei vollgerieben, worauf die Tafel weiter erhärtet und dann abgeschliffen wird. Die Tafel wird mit Wasserglas getränkt und wieder abgeschliffen, dann wird die Oberfläche fein geschliffen, indem man sie mit feinem Schmirgel mittels eines leinenen Ballens, welcher abwechselnd mit Wasserglas und Alaunwasser angefeuchtet wird, bearbeitet. Schlieſslich polirt man mit Schwefelpulver und Zinnasche, wobei man sich eines mit Alaunwasser getränkten Ballens bedient.

Herstellung von Bleisuperoxyd.

Nach F. M. Lyte in London (Englisches Patent, 1882 Nr. 1721) bildet sich bei gewöhnlicher Temperatur durch Einwirkung von Chlorkalk auf Chlorblei in wässeriger Lösung das Bleisuperoxyd nur langsam nach der Formel:

CaO2ClH + PbCl2 + H2O = PbO(OH)2 + CaCl2 + HCl.

Beim Erwärmen des Gemisches entwickelt sich Chlor: PbO(OH)2 + 4HCl = PbCl2 + 3H2O + Cl2. Um dies zu vermeiden, wird das Chlorblei, in heiſser Chlorcalciumlauge gelöst, in ein Gemisch von Chlorkalk und Kalkmilch gegossen:

2PbCl2 + Ca(OH)2 + 2Ca.OCl.OH = 2PbO(OH)2 + 3CaCl2.

Man erhält ferner Bleisuperoxyd, wenn man in ein Gemisch von 2 Mol. Chlorblei und 3 Mol. Kalkhydrat Chlor einleitet (vgl. 1883 250 92.)

Verfahren zur Herstellung von Natrium.

Nach C. A. Faure in Paris (Englisches Patent, 1882 Nr. 6058) sollen zur Herstellung von Natrium die betreffenden Stoffe in senkrechte Retorten gefüllt und diese von auſsen möglichst hoch erhitzt werden, wobei die Temperatur der Mischung noch durch Elektricität gesteigert wird. Gleichzeitig soll Wasserstoff eingeleitet werden, oder Stickstoff, wenn man Alkalicyanide gewinnen will.