Text-Bild-Ansicht Band 253

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radialen Streifen fortlaufende Längsrippen auf dem Cylinder bilden (vgl. Fig. 11 Taf. 34). Um diese Rippen ist entlang der Cylinderachse isolirter Draht gewickelt. Dieser Anker kreist zwischen zwei schweren kreisförmig ausgeschnittenen, über einander liegenden Guſsstücken, welche durch 2 Rippen verbunden und über die zwei schmiedeisernen, der Länge nach mit isolirtem Drahte von 3mm,4 Dicke (Nr. 10 B. W. G.) bewickelte Hülsen geschoben sind, so daſs hierdurch zwei Elektromagnete gebildet werden. Durch die Drehung des Ankers zwischen diesen Magneten werden in jeder Spule des ersteren 4 Ströme bei jeder Umdrehung erzeugt, welche nach dem Commutator zu führen sind. Die Enden der gegenüber stehenden Spulen des Ankers sind vereinigt, so daſs 6 Paare gebildet werden, deren jedes seinen eigenen, aus zwei von einander isolirten Theilen bestehenden Commutator hat, nämlich für jedes Ende des Spulenpaares einen Theil. Jeder Commutatortheil, aus Metall gegossen, ähnelt einem halben Sprengringe; zwei zusammen gehörende Theile bilden einen vollständigen derartigen Ring, wie die Theile a, a1 (Fig. 12 Taf. 34) zeigen. Diese Ringe sitzen auf einem mit 12 gleichweit von einander entfernten Löchern durchbohrten Holzkerne c. Durch diese 12 Löcher sind die 12 Enden der 6 Drahtspulen so gesteckt, daſs jedes Ende einer Spule durch den Ansatz b ihres halben Commutatorringes geht; da diese Ansätze der auf einander folgenden Ringe immer um 1/12 des Kreises versetzt sind, gehen alle Drähte durch den Holzkern; doch führt jeder immer nur zu einem Metallringe und sind mithin nur je zwei zusammen gehörende Drähte in Verbindung.

Hieraus ergibt sich auch, daſs die beiden Bürsten jedes Commutators neben einander liegen müssen, was die Anordnung derselben sehr erleichtert. Von den 6 hierdurch gebildeten Stromkreisen wird einer zur Erregung der feststehenden Magnete benutzt, während die anderen 5 vereinigt oder jeder für sich, bezieh. mehrere zusammen, Verwendung finden können.

Die neueren Maschinen Andrews' (* D. R. P. Nr. 22635 vom 12. August 1882) haben statt des eben beschriebenen Ankers mit Eisenkern einen solchen mit Holzkern A (Fig. 14 und 15 Taf. 34), auf welchen ein Eisendrahtseil C aufgewunden wird, welch letzteres wieder mit isolirtem Leitungsdrahte in einer Anzahl getrennter Windungen oder Spulen D bewickelt ist. Wenn die Breite der Spulen in passendem Verhältnisse zum Cylinderdurchmesser gewählt wird, so erreicht man, daſs die Spulen der einen Seilwindung etwas vor den Spulen der nächsten Windung in das Magnetfeld bezieh. aus demselben treten. Die erregenden Magnete besitzen die frühere Einrichtung. Der Commutator kann beliebiger Anordnung und mit den Spulen D in verschiedener Schaltung verbunden sein. Wie aus Fig. 15 ersichtlich, sitzt der Holzkern A frei auf der Welle W, wird aber durch die Feder B mitgenommen, welche etwas nachgibt, sobald mehr als die gewöhnliche Kraft durch dieselbe ausgeübt