Text-Bild-Ansicht Band 253

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welcher nach den Erfahrungen des Erfinders bei schnellem Umlaufe (ungefähr 3100m Umfangsgeschwindigkeit in der Minute) nur wenig Magnetismus erfordert und daher geringen Antheil an der Erzeugung der Ströme in den umgebenden Drahtwickelungen hat. Für den Kern r werden daher die in Fig. 20 bis 26 Taf. 34 dargestellten gerippten Querschnittsformen vorgeschlagen, wodurch seine Eisenmasse verringert und für die Wickelung W noch der Vortheil einer vielfachen Berührung mit der Luft gewonnen wird.

Das Zertheilen der erzeugten elektrischen Ströme erfolgt hier, im Gegensatze zur früheren Einrichtung, bei welcher dies geschah, nachdem die Einzelströme von den Bürsten gesammelt und in einem Stromkreise vereinigt waren, in folgender Weise: Die den Kern des Ankers umgebenden Windungen der isolirten Leitungsdrähte, welche mit den Commutatorplatten verbunden sind, werden so angeordnet, daſs letztere den in jedem Ringabschnitte erzeugten Strom während des Durchganges durch den Wirkungskreis eines inducirenden Magnetes auf zwei oder mehrere Sammelbürsten und von da aus auf zwei oder mehrere Stromkreise übertragen. Der in einem gegebenen Abschnitte des Leitungsdrahtes durch die Einwirkung des inducirenden Nordmagnetes erzeugte Strom wird z.B. zwei oder mehrere Mal während der Stromdauer in einer Richtung getheilt und kann entweder durch den einen Satz Bürsten aufgenommen und den erregenden Magneten zugeführt werden, um dieselben zu umkreisen, oder von einem anderen Satz Bürsten gesammelt und dem Orte der Verwendung zugeführt werden.

10) Richard Etienne in Dresden-Neustadt (* D. R. P. Nr. 18533 vom 25. Juni 1881) hat eine Maschine ohne Commutator zur Erzeugung gleichgerichteter, stetiger Ströme construirt. Die Stromerzeugung erfolgt in den Drahtspiralen b (Fig. 19 Taf. 34), welche zwei ringförmige Eisenkerne n und s umgeben. Diese Ringinductoren bewegen sich in magnetischen Feldern, welche für jeden Ring eine andere, jedoch während des ganzen Verlaufes der Bewegung sich gleich bleibende Polarität haben, so daſs eine Aenderung in der Richtung der inducirten Ströme nicht eintritt. Die gegenseitige Bewegung kann entweder in der Drehung dieser Inductorringe selbst, oder, wie in der Abbildung angenommen, in der Drehung magnetischer Eisentheile in der Nähe jener Ringe bestehen. Die magnetischen Felder werden hier durch ringförmige Eisenkörper N und S von U-förmigem Querschnitte gebildet, welche die gleichnamigen Polenden der mit der umlaufenden Achse A fest verbundenen Magnete M verbreitern bezieh. verbinden. Die Ringe n und s vereinigen in sich die gleichnamigen Pole eines Systemes radial gestellter, an der Innenseite eines feststehenden Hohlcylinders H befestigter Magnete m. Soll die Maschine unter Verwendung von Elektromagneten nach dem dynamoelektrischen Prinzipe arbeiten, so ist die Anordnung zweier Schleifcontacte c an der Achse erforderlich, durch welche die Umwindungen