Text-Bild-Ansicht Band 253

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gemahlen, gemischt, gebrannt und sodann schnell abgekühlt und wieder fein gepulvert würden.

Gottschaldt fand ferner noch 28tägigem Erhärten der Proben an der Luft folgende Zerreiſsfestigkeiten:


Nr.

Reiner
Tripolith

1 Tripolith
1 Normalsand

1 Tripolith
2 Normalsand

1 Tripolith
1 Kalkhydrat
1 Tripolith
1 Kalkhydrat
1 Normalsand
1 19,43 13,01 10,59 2,46 4,50
2 16,71 10,27 9,53 2,38 3,15
3 18,22 11,03 9,65 3,32 3,53
4 12,41 7,89 8,65 2,35 4,38
5 9,65 6,73 7,25 2,25 3,94
–––––– –––––– –––––– ––––– –––––
Mittel 15,28 9,78 9,13 2,55 3,90

Dagegen gab guter Gyps nach 28 Tagen Erhärtung im Durchschnitte von 8 Versuchen 18,61 k/qc Festigkeit.

Nach 28 Tagen Erhärtung an der Luft und bei Verwendung von Probewürfeln mit 7cm,07 Kantenlänge betrug die Druckfestigkeit (es wurde nur je ein Versuch gemacht):


Nr.
Reiner
Tripolith
1 Tripolith
1 Normalsand
1 Tripolith
2 Normalsand
1 Tripolith
3 Normalsand
1 Tripolith
4 Normalsand
1 65,26 26,40 35,70 37,97 22,05.

Ueber die Braunkohlen von Istrien und Dalmatien.

Lodin (Annales des Mines, 1883 Bd. 3 S. 209) bespricht ausführlich die zum Eocen gehörenden Schichten von Istrien und Dalmatien und die Geologie der eingelagerten Braunkohlen. Die Kohlen im Carpanothale aus den unteren Schichten (I), welche theils bereits von atmosphärischen Einflüssen gelitten hatten (II), ferner die aus den oberen Schichten (III u. IV), sowie eine Durchschnittsprobe (V) hatten nach E. Hanke folgende Zusammensetzung:

Wasser 1,46 1,70 1,57 1,53 1,56
Kohlenstoff 63,69 59,58 64,26 65,86 63,35
Wasserstoff 5,03 4,60 4,85 4,84 4,83
Sauerstoff 13,12 12,36 13,03 11,45 12,49
Stickstoff 1,79 1,18 1,04 1,22 1,31
Schwefel 7,53 7,33 8,3 8,93 8,08
Asche 8,84 14,96 8,29 7,68 9,94
–––––– –––––– –––––– –––––– ––––––
Zusammen 101,46 101,71 101,57 101,01 101,56
Kokesausbeute 55,07 58,10 52,88 58,07 56,03

Zur Verarbeitung von Braunkohle.

Gatehouse in Bath (Englisches Patent, 1883 Nr. 1557) will Braunkohle mit Wasserglaslösung tränken und dann der Destillation unterwerfen. Durch Verflüssigen der Dämpfe sollen Farbstoffe erhalten werden, während der Destillationsrückstand als schwarze Farbe oder Desinfectionsmittel verwendet werden soll.

Verfahren zur Gewinnung von Gelatine und Fett.

Nach G. Fry in London (D. R. P. Kl. 23 Nr. 28326 vom 2. December 1883) werden die betreffenden thierischen Stoffe in einem mit Dampfmantel versehenen Kochkessel mit Magnesiumbisulfit unter 0,33 bis 0at,66 Druck gekocht; will man nur das Fett gewinnen, so kann man den Druck auf 6at steigern.

Zur Herstellung guter Gelatine füllt man z.B. die gröblich zerkleinerten Knochen in den Kochapparat und läſst so viel 0,75 Proc. Schwefligsäure enthaltende Magnesiumbisulfitlösung einflieſsen, daſs die Knochen während des Kochverfahrens ganz mit Flüssigkeit bedeckt bleiben. Der Kochapparat wird hierauf geschlossen und die Temperatur allmählich gesteigert, bis der Druck etwa 0at,33 erreicht, auf welcher Höhe er etwa 3 Stunden hindurch erhalten wird. Dann läſst man den Dampf abblasen und trennt die Flüssigkeit von den festen Bestandtheilen auf eine beliebige Weise. Die Flüssigkeit läſst man abkühlen,