Text-Bild-Ansicht Band 252

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Industrie durchweg gut zubereitete, verbürgt richtigen Gehalt zeigende Dünger zu mäſsigem Preise liefert und daſs der deutsche Landwirth billiger kauft als jeder andere. Es hat daher die Heranziehung fremder Concurrenz keinen Vortheil und es sollte denn doch einer gewaltsamen Ueberfluthung nicht ruhig zugesehen werden, wie der Verfasser meint.

Zur Kenntniſs der Seifenwurzeln.

Nach Versuchen von A. Rosoll (Monatshefte für Chemie, 1884 S. 104) kommt das Saponin in den lebenden Wurzeln von Saponaria officinalis L. und Gypsophila Struthium L. im Zellsafte gelöst vor und kann entweder durch Trocknen, oder durch Behandlung dünner Schnitte mit absolutem Alkohol oder Aether in Form von kleinen, formlosen, weiſsen Klümpchen ausgeschieden werden. Die getrockneten Wurzeln dieser Pflanzen und die Quillajarinde enthalten, wie bereits Vogl fand, das Saponin in Form von formlosen, weiſsen oder grauen Inhaltsklumpen, welche sich wie das chemisch reine Saponin in concentrirter Schwefelsäure anfangs mit gelber, später mit lebhaft rother, nach längerem Liegen eines so behandelten Schnittes an der Luft aber mit schöner blauvioletter Farbe lösen. Mittels dieser Reaction konnte das Saponin im Inhalte aller Zellen des Parenchyms der Mittelrinde, der Markstrahlen und des Holzparenchyms bei frischen und getrockneten Wurzeln, wie auch im Inhalte aller Parenchymzellen der Mittelrinde von Quillaja Saponaria nachgewiesen werden.

Verfahren zur Herstellung von Kaliumchlorat.

Nach E. K. Muspratt in Seaforthhall bei Liverpool und G. Eschelmann in Widneeſs (D. R. P. Kl. 75 Nr. 26698 vom 4. September 1883) wird bei der Herstellung von chlorsaurem Kalium statt Kalk Magnesia verwendet. Diese wird mit Wasser zu einer Milch angerührt und unter beständigem Umrühren Chlorgas eingeleitet. Es entsteht eine Lösung von Magnesiumchlorat und Chlormagnesium. Dieselbe wird mit Chlorkalium erhitzt und dadurch eine Lösung von Kaliumchlorat und Chlormagnesium erhalten, aus welcher man den gröſsten Theil des Kaliumchlorates durch Auskrystallisirenlassen gewinnt. Die abfallenden Laugen werden weiter erhitzt und dabei das noch in Lösung verbliebene Kaliumchlorat ausgefällt, so daſs die Mutterlauge nur noch Chlormagnesium enthält. Zur Wiedergewinnung des Chlores und der Magnesia läſst man die letzten Laugen abkühlen und erstarren und bewirkt die Zersetzung auf bekanntem Wege durch Wärme. Ein geringer Gehalt der erhaltenen Magnesia mit Chlormagnesium beeinträchtigt deren Wiederverwendung bei einer neuen Operation nicht.

Zur Kenntniſs der Wismuthsäure.

Nach Versuchen von C. Hoffmann (Liebig's Annalen, 1884 Bd. 223 S. 110) ist die höchste Oxydationsstufe des Wismuthes, die Wismuthsäure, nach der Formel Bi2O5 zusammengesetzt. Kaliverbindungen derselben entstehen, wenn Wismuthhydrat in einer nicht zu concentrirten Kalilauge (bis 1,539 sp. G.) vertheilt, Chlor in der Kälte eingeleitet und darauf, nach Zusatz von Kalilauge bis zur alkalischen Reaction gekocht wird. Diese Operation ist mit der erhaltenen Wismuthverbindung unter Anwendung neuer Mengen Kalilauge wiederholt vorzunehmen. Die so entstehenden Kaliumbismuthate sind nach der Formel 2BiO3K + nBi2O5 zusammengesetzt, von rothbrauner bis dunkelviolett-brauner Farbe und um so reicher an Kali, je concentrirter die Kalilauge angewendet wurde. Durch siedendes Wasser gehen sie in etwas heller aussehende, an Kali ärmere Salze über.