Text-Bild-Ansicht Band 252

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Zähnen u. dgl. herrührend, auf der Oberfläche der Lösung, so füllt man dieselben in die nebenstehende Pfanne, in welcher sie noch einen Tag Zeit haben, sich aufzulösen. Man nimmt die drei neben einander stehenden Pfannen in der Weise in Arbeit, daſs jeden Tag in einer Pfanne das Fett abgeschöpft und dann die Lösung weiter verarbeitet werden kann. Das abgeschöpfte Fett wird zum Entfernen der etwa noch daran haftenden Schwefelsäure mit warmem Wasser ausgewaschen.

Die nach dem Abschöpfen des Fettes übrigbleibende Lösung wird durch Vermischen derselben mit irgend einem Calciumphosphate in Superphosphat mit löslicher Phosphorsäure und löslichem Stickstoff verwandelt.

L. Starck's Reblausmittel.

Zur Beseitigung von Pilzkrankheiten und schädlichen Insecten, namentlich der Reblaus in Weinpflanzungen u. dgl., läſst L. Starck in Mainz (D. R. P. Kl. 45 Nr. 26509 vom 28. August 1883) Naphtalin, Schwefelkohlenstoff, Theerwasser u. dgl. von zerkleinertem Moostorf aufsaugen, welcher von derselben 500 Proc. aufnehmen kann, ohne sein Volumen zu ändern, und bringt das humusartige Gemisch in den Boden oder auch in unmittelbare Nähe der Wurzeln und Stämme. Bei Anwendung sehr flüchtiger Vertilgungsmittel (wie Schwefelkohlenstoff, Schwefelwasserstoffwasser, Kohlenwasserstoffen) kapselt man das Gemisch derselben mit Torf in Papier ein, legt dieses zwischen die Wurzelsträhnen, durchsticht die Kapsel mit einem gabelförmigen Instrumente und bedeckt sie mit Erde. Die Verflüchtigung geht hierbei nur ganz allmählich von statten, so daſs die Papierkapseln sich besonders dazu eignen, die Rebläuse u. dgl. von noch gesunden Pflanzungen fern zu halten.

Zur Bestimmung des Stärkegehaltes der Gerste.

Die Angabe von Bungener und Fries (1883 249 133), daſs sich Stärke in 1procentiger Salicylsäurelösung gut löst, wird von M. Schwarz im Amerikanischen Bierbrauer, 1884 S. 9 bestätigt. Derselbe findet aber, daſs Salicylsäure lösend auf Kupferoxydul einwirkt, so daſs bei der Titration mit Fehling'scher Lösung zu niedrige Resultate gefunden werden.

Zur Kenntniſs des Quercetins.

J. Herzig (Monatshefte für Chemie, 1884 S. 72) zeigt, daſs dem so häufig in der Natur vorkommendem Quercetin die Formel C24H16O11.3H2O entspricht. Seine Untersuchungen über die verschiedenen Abkömmlinge des Quercetins haben zunächst nur theoretischen Werth.

Herstellung bromirter Azofarbstoffe.

Nach Angabe der Société anonyme de Matières colorantes de St. Denis in St. Denis (D. R. P. Kl. 22 Nr. 26 642 vom 14. December 1882) werden die sämmtlichen, durch Einwirkung von Diazoverbindungen auf Phenole und Amine oder deren Sulfosäuren entstehenden Azofarbstoffe leicht bromirt. Man löst z.B. 100k des durch Einwirkung der Paradiazophenylsulfosäure auf in alkalischer Lösung befindliches β-Naphtol dargestellten Farbstoffes in 650l Wasser auf und gieſst eine Lösung von 62k Natriumbromid und 19k Natriumbromat in 500l Wasser hinzu. Das Ganze wird hierauf mit 130k Schwefelsäure angesäuert, und nach beendigter Reaction neutralisirt man mit einer geeigneten Basis – wie Kali, Natron oder Kalk – und fällt den Farbstoff mittels Kochsalz. Die ganze Reaction geschieht nach der Formel: 5NaBr + NaBrO3 + 6H2SO4 = 6NaHSO4 + 3H2O + 6Br.