Text-Bild-Ansicht Band 249

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und das Gewicht G von 1m Seil, auf 1qmm Querschnitt bezogen, bei Flachseilen aus Stahl und Eisen sowie bei Stahlrundseilen 0k,01, bei Eisenrundseilen 0k,009. Das Verhältniſs der todten zur Nutz-Last bewegt sich im Durchschnitte für 1 bis 4 Förderwagen zwischen 1,5 und 2. Mit Zugrundlegung dieser Angaben bestimmte Baumann auf rechnerischem Wege diejenigen Schachttiefen, bei welchen die Förderung mit einem endlosen Seile anfängt möglich zu werden. Dieselben sind in der Tabelle 2 wiedergegeben. Die praktische Folgerung aus derselben ist, daſs bei Anwendung von Treibscheiben mit Holz- oder Lederfutter schon eine halbe Umwickelung des Seiles genügt, um bei den gewöhnlich vorkommenden Fördertiefen den nöthigen Reibungswiderstand an der Seilkimme hervorzurufen, während unter sonst gleichen Umständen bei Anwendung ungefütterter Guſsscheiben die Umwickelung des Seiles auf 5/4 des Scheibenumfanges stattfinden muſs, was übrigens durch Anwendung von Leitrollen leicht zu erreichen ist.

Champigny's Seilscheibe.

Mit Abbildungen.

Ein Uebelstand der gewöhnlichen Seilscheiben mit Keilnuthen ist der, daſs mit eintretender Abnutzung die klemmende Keil Wirkung nach und nach verschwindet, so daſs das Seil schlieſslich nur im Grunde der Nuth aufliegt und dann leicht ein Gleiten eintritt. Um dies zu vermeiden, gibt Champigny dem Kranze der Seilscheibe den beistehend nach der Revue industrielle, 1883 S. 225 dargestellten Querschnitt, bei welchem der Boden der Nuth ganz fortfällt. Fig. 1 zeigt den Kranz im neuen Zustande; die Berührung zwischen Seil- und Kranzquerschnitt findet in den Punkten A und B statt. Fig. 2 veranschaulicht den Kranz in stark ausgenutztem Zustande; die Berührung findet hier längs der Bögen CD und EF statt. Wird der Scheibenkranz, wie angedeutet, aus zwei Theilen zusammengeschraubt, so genügt nach erfolgter Ausnutzung bis zum Grunde der Vertiefung eine Annäherung der beiden Theile an einander, um die Scheibe von neuem verwenden zu können.

Fig. 1., Bd. 249, S. 283
Fig. 2., Bd. 249, S. 283

In der Fabrik von Piat in Soissons sind derartige Seilscheiben vom Oktober 1882 bis Mai 1883 ununterbrochen zur Uebertragung von 10e auf 50m Entfernung bei 120 Umläufen in der Minute in Betrieb gewesen.