Text-Bild-Ansicht Band 248

Bild:
<< vorherige Seite

der Feuerspritzen, nicht nur durch äuſserst bündige, mit sehr fleiſsig entworfenen und sorgfältigst ausgeführten Zeichnungen erläuterte Beschreibung, sondern namentlich auch durch kritische Beleuchtung der wichtigsten Constructionen in eingehendster Weise vertraut. Diese Kritik wird in durchaus sachlicher Weise derart geübt, daſs für die Spritzen als Ganzes sowie für die einzelnen Details von vorn herein die Bedingungen bezeichnet werden, denen eine gute Construction nothwendig genügen muſs, worauf dann die einzelnen beschriebenen Ausführungen auf die Erfüllung dieser Bedingung hin untersucht werden. Vermöge dieses höchst instructiven Verfahrens gelangt der Leser zu einer gewissen Uebung in der Beurtheilung der Spritzwerke und dieser Umstand muſs dem Buch namentlich auch in Laienkreisen einen groſsen Erfolg sichern. Dem Constructeur werden nicht nur werthvolle, dem Einzelnen oft schwer zugängliche Erfahrungszahlen geboten, er wird auch manchen praktischen Wink über die vortheilhafte Herstellung einzelner Theile in dem Buch finden.

Besonders hervorzuheben ist der Abschnitt über die Prüfung der Spritzen, für welche der Verfasser nach Auſstellung aller einschlägigen Bedingungen ein bestimmtes Vorgehen empfiehlt, ferner das Kapitel über Dampfspritzen, in welchem uns der Verfasser selbst als gewiegter Constructeur entgegentritt, sowie der Anhang (Die allgemeinen Grundlagen für die Construction der Kolbenpumpen), welcher dem noch ziemlich verbreiteten Mangel einer klaren und richtigen Anschauung über die Vorgänge in einer Pumpe abzuhelfen bestimmt ist. Dieser Anhang ist für alle Pumpenconstructeure überhaupt von groſsem Interesse; denn es wird in demselben zum ersten Mal der Versuch gemacht, die Functionsbedingungen der Pumpenventile analytisch zu entwickeln. Nicht unerwähnt mag hier bleiben, daſs sich der Verfasser bezüglich des Ventilüberdruckes (welchen H. v. Reiche in dem 2. Band seines Dampfmaschinen-Constructeurs als „Hornpressung“ bezeichnet) in Gegensatz zu dem negirenden Standpunkt Riedler's stellt. Die von Bach aufgestellten Formeln werden sich angesichts des Mangels entsprechender Erfahrungscoefficienten zu völlig zuverlässiger ziffermäſsiger Rechnung freilich wohl nicht durchwegs eignen; jedenfalls aber geben sie ein Mittel zur relativen Beurtheilung verschiedener Constructionen an die Hand und dies allein muſs ihnen schon einen gewissen Werth verleihen.

H–s.

Härteskala der Metalle.

Prof. H. Gollner hat Versuche angestellt zur Ermittelung des Härtegrades jener Metalle, welche in der technischen Praxis hauptsächlich Verwendung finden. Natürlich sollte damit nur ein Maſs für die relative Härte der einzelnen Metalle gefunden werden, da ja für gewisse Sorten derselben je nach ihrer chemischen oder physikalischen Beschaffenheit specielle Skalen aufgestellt werden müssen. Die Versuche wurden in der Weise ausgeführt, daſs die einzelnen Probestücke mit einer polirten Fläche versehen und ein normal darauf gestellter Härtestift aus gleichem Material von cylindrischer Form mit conischer Spitze unter einer bestimmten Last auf einer bestimmten Strecke gleich oft hin und her bewegt und die Wirkung des Stiftes auf die polirte Fläche beobachtet wurde. Die Reihenfolge der Metalle, nach ihrer Härte geordnet, ist nach den Technischen Blättern, 1882 S. 181 folgende:

  • 1) Reines Weichblei.
  • 2) Reines Zinn.
  • 3) Reines Hartblei.
  • 4) Reines weichgeglühtes Kupfer.
  • 5) Reines gegossenes Feinkupfer.
  • 6) Weiche Lagerbronze (85 Cu, 10 Sn, 5 Zn).
  • 7) Guſseisen, getempertes.
  • 8) Schmiedeisen, sehnig.
  • 9) Guſseisen, feinkörnig und lichtgrau.
  • 10) Verstärktes Guſseisen. (Mit 10 Proc. Schmiedeisenspänen im Flammofen umgeschmolzen.)
  • 11) Weiches Fluſseisen (0,15 Proc. C).
  • 12) Fluſsstahl, ungehärtet (0,45 Proc. C).
  • 13) Fluſsstahl, ungehärtet (0,96 Proc. C).