Text-Bild-Ansicht Band 248

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  • 14) Tiegelguſsstahl, gehärtet, blau angelassen.
  • 15) Tiegelguſsstahl, gehärtet, violett bis orangegelb.
  • 16) Tiegelguſsstahl, gehärtet, strohgelb.
  • 17) Harte Lagerbronze (83 Cu + 17 Zn).
  • 18) Tiegelguſsstahl, glashart.

Lake's Boot, welches elektrisch vom Lande aus gelenkt wird.

In dem Berichte 1883 247 * 63 wurden einige Constructionen von Booten erwähnt, welche vom Lande aus oder von einem Schiffe mit Hilfe des elektrischen Stromes gesteuert werden. Auch die Construction von W. R. Lake in London (* D. R. P. Kl. 65 Nr. 21034 vom 21. Mai 1882) hat den Zweck, ein durch eine Gasmaschine betriebenes, besatzungsloses Boot von einer Station aus elektrisch zu steuern zu dem Zwecke, um ohne Gefahr für Menschenleben das Boot nach einem gestrandeten Schiffe oder um Torpedos an feindliche Schiffe zu bringen. In diesem Falle wird die zum Betriebe der Propellerschrauben dienende Dreicylindermaschine mittels Kohlensäure gespeist, welche einem Gefäſs entnommen und durch einen Heizapparat geleitet wird, dessen Brennstoff zum Verbrennen keiner Sauerstoffzufuhr bedarf, also z.B. Zündlicht- oder Raketenpulver.

Die Steuerung des Bootes, der Maschinen und mehrerer anderer für verschiedene Zwecke vorgesehener Vorrichtungen geschieht auf elektrischem Wege mittels eines Kabels, welches im Boot auf einem Haspel befindlich nach der Station läuft und im Boote wie auf der Station angebrachte Elektromagnete verbindet. Das Kabel ist derart auf den Haspel gewickelt, daſs es von Innen heraus abläuft, um am Boden des Bootes auszutreten. Der auf der Station befindliche Steuerungsapparat ist mit Umschaltern u.s.w. versehen, um einen Strom in der einen oder anderen Richtung durch das Kabel leiten zu können. Die Zahl der Stromunterbrechungen und Umschaltungen bewirkt mittels interessanter, aber umständlicher Vorrichtungen die Steuerung des Bootes von der Station aus. So wird die Gaszufuhr zur Maschine geregelt, um die Propeller entsprechend schnell oder langsam umlaufen zu lassen, es wird das Brennmaterial im Heizapparat entzündet; ferner können Signalstangen aufgerichtet und Raketen abgeschossen werden.

Die Steuervorrichtung für das Ruder besteht in einem besonderen kleinen Arbeitscylinder. Kurz gesagt, werden alle Vorrichtungen durch kleine Gasmaschinen bethätigt, deren Gaszuführungsröhren durch Schieber mit Hilfe des elektrischen Stromes beliebig verschlossen oder geöffnet werden sollen.

Elektrische Beleuchtung für Fundirungsarbeiten unter Wasser.

Nach Mittheilungen von Ingenieur G. Lechalas in den Annales des Ponts et Chausées, 1882 Bd. 4 S. 245 wurde bei dem zur Zeit in Ausführung begriffenen Bau der Quaimauern in Antwerpen zur Beleuchtung der unter Wasser befindlichen Luftkästen (Caissons) elektrisches Licht mit Erfolg angewendet.

Die dort verwendeten Luftkästen haben 20m Länge, 9m Breite und eine Höhe von 2m,5 bis 6m je nach der Tiefe des guten Baugrundes. Die als Arbeitsraum bleibende Luftkammer ist 1m,9 hoch und darin sind gleichzeitig 20 Mann unter einem Druck bis zu 3at beschäftigt. Der Aufenthalt einer so groſsen Zahl von Menschen unter dieser Pressung wurde durch den Rauch der früher zur Beleuchtung verwendeten Talgkerzen zu einem sehr beschwerlichen. Von einer Ersetzung der Lichter durch eine Bogenlampe muſste abgesehen werden, da die Arbeiter groſsen Werth darauf legen, die jeweilige Arbeitstelle mit beweglichen Lichtern beleuchten zu können, und man entschied sich schlieſslich nach mehrfachen Versuchen für die Verwendung von Swan'schen Glühlampen. Die Glühlichter, von denen für jede Luftkammer 8 bis 10 in Gebrauch kommen, sind in kräftigen Glasgefäſsen eingeschlossen und durch ein Drahtgitter aus Bronze geschützt. Für die 3 gleichzeitig in Arbeit befindlichen Kästen wird die nöthige Elektricität durch zwei aus je 20 Faure'schen Accumulatoren gebildete Batterien geliefert, deren Ladung auf dem Lande mittels einer Gramme'schen Dynamomaschine erfolgt. Eine Controllampe bei der Maschinenlage gibt