Text-Bild-Ansicht Band 248

Bild:
<< vorherige Seite

Wenner's Vorrichtung zum Blankfräsen von Fischbandknöpfen.

Gebrüder Wenner in Schwelm, Westfalen (* D. R. P. Kl. 49 Nr. 21038 vom 18. Juni 1882) schlagen folgende Vorrichtung zum Blankfräsen façonnirt vorgeschmiedeter Fischbandknöpfe o. dgl. vor: Das Fischband wird in einem Spannkloben befestigt, so daſs um den hervorragenden Kopf eine um einen feststehenden Zapfen drehbare Zange gelegt werden kann, deren Schenkel an dieser Stelle zwei Fräsbacken besitzen. Läſst man nun den in einer Drehbank eingesetzten Spannkloben umlaufen, so fräsen die Zangenbacken den Knopf gleichzeitig an mehreren Stellen ab, wobei es dem Arbeiter überlassen bleibt, den Knopf mehr oder weniger abzudrehen.

J. Cramer's Ausbreitapparat für Bänder, Litzen u. dgl.

Für Bänder, Litzen u. dgl. hat Jul. Cramer in Barmen (* D. R. P. Kl. 8 Nr. 19985 vom 6. Mai 1882) einen Ausbreitapparat angegeben, in welchem als wirksame Theile ein Paar elastische Scheiben B angebracht sind, zwischen welche am Rand unter genügender Pressung eine doppelkegelförmige oder andersartig gestaltete Walze A einzutreten sucht. Wird nun das Band o. dgl. zwischen die Walzen A und B eingeführt, so wird dasselbe erfaſst und allmählich immer stärker in der Breite ausgezogen. Der Grad der Ausbreitung wird durch die Stellung der zwei Scheiben B unter einander und durch den Druck zwischen den Scheiben A und B leicht geregelt.

Textabbildung Bd. 248, S. 87

Die Camphausen-Schächte der kgl. Steinkohlengrube Dudweiler-Jägersfreude bei Saarbrücken.

Der Aufschwung, welchen der Saarbrücker Bergbau seit den 1870er Jahren genommen, machte die Erschlieſsung weiterer Tiefbauanlagen in jener Gegend nothwendig. Von den 3 in Aussicht genommenen Gruben bei Dudweiler, Sulzbach und Altenbach ist die Anlage der Camphausen-Schächte bei Dudweiler heute in ihrer Gesammteinrichtung als vollendet zu betrachten. Folgende Mittheilungen über diese Grube sind der Zeitschrift für Berg-, Hütten- und Salinenwesen, 1883 Bd. 31 * S. 1 entnommen.

Es sind 3 kreisrunde Schächte in Abständen von je 30m auf 596m,56, 569m bezieh. 386m abgeteuft. Die Tagesanlagen sind zunächst nur für den Betrieb des ersten Schachtes eingerichtet. Die Maschine für diesen Schacht ist auf eine Förderhöhe von 700m berechnet und soll mit Rundseilen aus Guſsstahldraht gleichzeitig 6 Förderwagen zu je 500k Kohleninhalt mit 10m Geschwindigkeit in der Sekunde heben. Zur Ausgleichung des Seilübergewichtes, welches im ungünstigen Fall 7000k beträgt, ist ein eigener Nebenschacht eingebaut, in welchem sich das Gegengewicht bewegt. Dasselbe wird von einem alten Dampfkessel gebildet und durch eingelegte Guſsstücke regulirt. Die Maschine ist so stark gebaut, daſs sie im Nothfalle auch das Seilgewicht ohne jede Ausgleichung zu bewältigen vermag; sie besitzt 2 Dampfcylinder von je 1m,2 Durchmesser und 2m Kolbenhub mit einer Nutzleistung von 1000e; ihre Entfernung vom Schachte beträgt 44m und der Durchmesser des Seilkorbes ist so groſs bemessen (8m), daſs für die groſste Förderteufe nur 28 Seilwindungen erforderlich sind. Die Umsteuerung der schweren Maschine erfolgt durch einen besonderen mit einem Dampf- und hydraulischen Arretirungscylinder versehenen Dampfsteuerapparat. Das Seilscheibengerüst aus 6 Gitterbalken bestehend, welches völlig frei steht, ist bis Mitte Seilscheibe 20m hoch und durchweg aus Schmiedeisen. Für die Versorgung der Anlage mit Dampf sind 19 Kessel vorgesehen, von denen bis jetzt 9 Stück eingebaut wurden. Dieselben sind Feuerrohrkessel von 7m Länge und je 53qm,79 Heizfläche. Zur Ventilation der Schächte dient ein Guibal'scher Ventilator (vgl. 1878 228 * 31) von 10m Flügeldurchmesser