Text-Bild-Ansicht Band 248

Bild:
<< vorherige Seite

gebracht sind, dürften für diese doch unter Umständen bedenklich sein, so vortheilhaft sie auch hinsichtlich einer guten rauchfreien Verbrennung sind. Die nach oben zurückschlagende Flamme trifft fast als Stichflamme gegen die Decke der Feuerbüchse, um so mehr, je geringer der Abstand zwischen der Feuerbrücke und der Decke ist, so daſs eine schnelle Zerstörung des Bleches an der betreffenden Stelle zu befürchten steht. Diese Befürchtung wird gerechtfertigt durch die Explosion einer Locomotiv-Feuerbüchse, welche nach dem Engineer, 1882 Bd. 53 S. 469 am 26. December 1881 auf der North-Eastern-Eisenbahn unweit Stockton in England stattfand. Der ganze Kessel wurde dabei weit fortgeschleudert und fiel auf einen vorauffahrenden Zug. Der Führer und der Heizer der Locomotive, sowie ein Schaffner des vorauffahrenden Zuges wurden sofort getödtet und mehrere Personen verwundet. Die aus 13mm starkem Kupferbleche in den gewöhnlichen Maſsen hergestellte Feuerbüchse war nach Tenbrink's System mit einer gemauerten, schräg ansteigenden Feuerbrücke versehen und der Riſs erfolgte an der Kante oberhalb der Feuerthür. Die Locomotive war erst 21 Monat in Betrieb. Es zeigte sich bei der Untersuchung, daſs sowohl die innere Seite der Kupferplatten, wie die Nietköpfe an der Bruchstelle, d.h. also an der Stelle, welche von der zurückschlagenden Flamme getroffen wird, verbrannt waren. Allerdings wird von dem Berichterstatter als direkte Ursache des Unfalles Entblöſsung der Feuerbüchsdecke von Wasser angenommen. Ein in der Mitte der Decke eingeschraubter Sicherheitspfropfen war nicht geschmolzen, was dadurch erklärt wird, daſs er auf der unteren Fläche mit einer harten Kruste sich bedeckt hatte.

Jedenfalls wird es also bei Anwendung der Nepilly'schen Construction nöthig sein, den Abstand zwischen dem Feuerschirme und der Feuerbüchsdecke wie auch der hinteren Feuerbüchswand genügend groſs zu nehmen.

D. Mc. J. Reid in Calcutta, Bengalen (Erl. * D. R. P. Nr. 14 998 vom 18. Februar 1881) will die Wände der Feuerbüchsen dadurch schützen, daſs er dicht vor denselben rings herum vertikale Wasserröhren a (Fig. 13 Taf. 14) anordnet, welche zugleich die Heizfläche wesentlich vergröſsern. Vor der Rohrplatte, welche für gewöhnlich am meisten zu leiden hat, sind zwei Reihen Röhren angebracht. Sämmtliche Röhren a sind unten mit cylindrischem Gewinde durch einen Kasten c hindurchgeschraubt, dessen Querschnitt Fig. 12 zeigt, und oben mit conischem Gewinde in die Feuerbüchsdecke eingedichtet. Unten wird die Dichtung durch aufgeschraubte Muttern bewirkt. Der Kasten ist durch mehrere Röhren f mit dem Kessel verbunden, in vertikaler Richtung jedoch etwas beweglich, um der Ausdehnung der Röhren a folgen zu können. Durch seitliche Oeffnungen tritt das Wasser unten in die Röhren ein und nimmt, in denselben aufsteigend, einen groſsen Theil der erzeugten Wärme auf. Bei starker Anstrengung der Maschine soll das Speisewasser zum Theile oder ganz in den Kasten c eingeführt werden.