Text-Bild-Ansicht Band 248

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Kochen erhitzt. In die kochend heiſse Flüssigkeit läſst man die Chamäleonlösung aus einer Bürette absatzweise und unter wiederholtem Aufkochen einflieſsen, bis die über dem braunen Niederschlage befindliche Flüssigkeit eine blaſsrothe Farbe zeigt. Nach der Formel 3MnO + Mn2O7 = 5MnO2 entspricht 1cc Zehntel-übermangansaures-Kalium 1mg,65 Mangan.

Ueber die Bildung von Mangansuperoxyd.

Dieulafait (Comptes rendus, 1883 Bd. 96 S. 125) fand, daſs Dolomite stets Mangan enthalten, während von Mangnesia freie Kalksteine auch kein Mangan enthalten. Mangansuperoxyd ist seiner Ansicht nach unter Mitwirkung von Meerwasser aus kohlensaurem Mangan entstanden, die im Braunsteine häufig vorkommende Salpetersäure durch Oxydation des aus dem Wasser aufgenommenen Ammoniaks.

Berthelot (Daselbst S. 88) zeigt, daſs die Ueberführung von kohlensaurem Mangan durch freien Sauerstoff in Mangansuperoxyd in der That mit Wärmeentwickelung verbunden ist.

Zur Prüfung des Wismuthsubnitrates.

Nach H. Hager (Pharmaceutische Centralhalle, 1883 S. 129) löst sich Wismuthsubnitrat in 8 Th. Salpetersäure von 1,185 sp. G. klar auf; Wismuthsubarseniat ist ebenfalls in dieser Salpetersäure klar löslich, nicht aber in einer mit Wismuthnitrat gesättigten Lösung. Uebergieſst man dem entsprechend 0g,5 des Subnitrates mit 4g Salpetersäure, so muſs innerhalb ½ Stunde eine klare Lösung erfolgen; sonst ist Arseniat zugegen.

Darstellung von Aetzkali und Aetznatron.

Nach Löwig in Breslau (D. R. P. Kl. 75 Nr. 21593 vom 31. August 1882) wird ein inniges Gemisch von kohlensaurem Natrium oder Kalium und körnigsandigem Eisenoxyde so lange der lebhaften Rothglühhitze ausgesetzt, bis die Kohlensäure ausgetrieben ist. Die erhaltene Schmelze von Natrium- bezieh. Kaliumferrid wird mit Wasser bei 80 bis 90° behandelt, wobei das Ferrid zerfällt in sich lösendes Aetzkali oder Aetznatron, während Eisenoxyd zurückbleibt und nach dem Trocknen wieder verwendet werden kann. Bei Anwendung von gefälltem Eisenoxyd läſst sich die Schmelze schwierig auslaugen, Rotheisenstein und Eisenglanz sind dagegen am besten geeignet.

Trennung von Anilin, Paratoluidin und Orthotoluidin.

Zersetzt man nach L. Lewy in Mannheim (D. R. P. Kl. 22 Nr. 22139 vom 26. Juli 1882) die salzsauren Salze der Basen mit phosphorsaurem Natrium, so bilden sich die schwer löslichen Phosphate des Anilins und Paratoluidins und daneben freies Orthotoluidin und leicht lösliches saures phosphorsaures Orthotoluidin. Nach der Zersetzung hält man durch Erwärmen auch die erstgenannten Salze in Lösung, hebert die oben schwimmende Oelschicht von Orthotoluidin ab und läſst dann das Anilin- und Paratoluidinsalz auskrystallisiren. Die Mutterlauge enthält das saure phosphorsaure Orthotoluidin. Bei der Freimachung der Basen durch Natron erhält man das angewendete Natriumphosphat zurück.

Verfahren zur Herstellung von mineralischem Weiſs.

Nach Th. H. Cobley in Dunstoble (D. R. P. Kl. 22 Nr. 21587 vom 14. Juni 1882) wird zunächst eine Lösung von schwefelsaurem Magnesium durch Chlorcalcium in Chlormagnesium übergeführt. Dann werden 10 Proc. Chloraluminium zugesetzt und aus der gemischten Lösung durch Kalkhydrat ein weiſses Pulver gefällt. Ein billigeres Weiſs erhält man durch Fällen einer Lösung der betreffenden Sulfate mit Kalk.