Text-Bild-Ansicht Band 248

Bild:
<< vorherige Seite

Ein zweiter Gravirstift kann auf der Schiene s angebracht werden, welche parallel zur Schiene q liegt und mit dieser durch einen um den Zapfen t schwingenden, geschlitzten doppelarmigen Hebel u in Verbindung steht. Um ein bestimmtes Muster in absolut regelmäſsiger Theilung am Walzenumfang wiederholt auftragen zu können, ist auf eine der die Walze tragenden Körnerspitzen eine Theilvorrichtung aufgesteckt, welche durch einen Mitnehmer mit der Walze verbunden ist. Die genaue Einstellung der Walze der Theilvorrichtung gegenüber erfolgt mittels der Spindel l.

Der Gravirstift bewirkt lediglich die dem Muster entsprechende Beseitigung des auf der Walze aufgetragenen, gegen Säure unempfindlichen Firniſsüberzuges. Das Muster muſs demzufolge in die von der Maschine kommende Walze erst noch ein geätzt und nöthigenfalls mit dem Grabstichel vervollkommnet werden.

Neuerungen an Trockenapparaten für Wolle o. dgl.

Patentklasse 82. Mit Abbildungen auf Tafel 24.

Unter den mannigfachen auf dem Prinzipe der Gegenströmung beruhenden Trockenapparaten haben sich besonders diejenigen bewährt, bei welchen das zu trocknende Material auf Siebplatten oder Horden ausgebreitet und mit diesen in einem schachtartigen Gehäuse einem warmen Luftstrome entgegengeführt wird. Solche Apparate, wie sie zuerst im J. 1862 von Carl Beu in Dessau und später von J. Levy in Paris gebaut wurden1), haben vor den gleichfalls auf dem Gegenstromprinzipe beruhenden, mit endlosen Siebtüchern o. dgl. versehenen Einrichtungen (z.B. Norton 1861 160 * 428. E. Semper 1862 163 * 89. 1866 180 * 344. W. Bernhardt und E. Eschke 1880 238*35) den Vorzug, daſs sie auch für das Trocknen zusammenhängenden Materials, beispielsweise groſser Papptafeln u. dgl., eingerichtet werden können, und scheint dieser Gesichtspunkt auch bei der Construction der nachfolgend beschriebenen Apparate mit berücksichtigt worden zu sein.

Oscar Schimmel in Chemnitz (*D. R. P. Nr. 18926 vom 10. Januar 1882) behält in seiner vertikalen Kastentrockenmaschine, wie aus Fig. 12 Taf. 24 zu ersehen, die von Beu getroffene Anordnung bei; nur sind die Schachtwände an zwei gegenüber stehenden Seiten durchbrochen und die Kanäle R so angebracht, daſs der am Boden des Schachtes eintretende warme Luftstrom immer abwechselnd über das in den seitlich auch durchbrochenen Kästen k liegende Material hin- und herstreicht. Je nach der Beschaffenheit des zu trocknenden Materials liegt dasselbe

1)

Ueber die Beu'sche Trockenmaschine und ihre Abänderungen vgl. Grothe; Technologie der Gespinnstfasern, Bd. 1 * S. 143.