Text-Bild-Ansicht Band 248

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Fig. 21 bis 23 Taf. 26 zeigen eine Vorrichtung von J. Weidtman in Dortmund (* D. R. P. Nr. 18509 vom 6. December 1881), welche für die bekannten Umsteuerungen mit einem zwischen zwei Anstoſsknaggen auf der Kurbelwelle drehbaren Excenter bestimmt ist und dazu dienen soll, die Drehung des Excenters in bequemer Weise ausführen zu können. Es ist wieder eine Zwillingsmaschine vorausgesetzt und befinden sich daher an dem Excenterkörper f zwei Excenterscheiben. Der aus zwei Theilen zusammengeschraubte Körper f umfaſst einen auf der Kurbelwelle angebrachten Bund g, welcher ihn an der Verschiebung hindert. In eine Nuth der Welle ist ein Keil b eingelegt, dessen eines Ende ein schräg liegendes Klötzchen h, ein Stück eines Gewindeganges, trägt, welches in eine innere schraubenförmige Nuth des Excenterkörpers eingreift. Am anderen Ende von b sind Vorsprünge angebracht, welche in entsprechende Vertiefungen einer zweitheiligen Hülse c einfassen. Wird diese mittels eines Hebels e auf der Welle verschoben, so nimmt der Keil b an dieser Verschiebung theil und bewirkt dadurch eine Drehung des Excenterkörpers f gegen die Welle. Beim Gange der Maschine liegen die Vorsprünge k des Körpers f an Knaggen, welche auf der Welle befestigt sind, so daſs dann die Stücke b und h keinen Druck aufzunehmen haben. Die Abnutzung dieser Theile wird daher auch nicht bedeutend sein. Die Einrichtung mag für kleine Maschinen, welche für Vorwärts- wie für Rückwärtsgang stets mit gleicher Füllung arbeiten sollen, brauchbar sein.

Eine Umsteuerung, welche im Wesentlichen mit der Brown'schen Locomotivsteuerung (vgl. 1878 229 * 497) übereinstimmt und neuerdings in England vielfach Anwendung findet, ist in Fig. 20 Taf. 26 nach dem Engineer, 1881 Bd. 52 S. 401 dargestellt. Dieselbe rührt von Joy her und wird u.a. von Worth und Mackenzie in Stockton-on-Tees ausgeführt; sie unterscheidet sich von der Brown'schen Steuerung hauptsächlich dadurch, daſs statt der Lenkerführung für den mit der Schieberschubstange verbundenen Hebel h hier eine Coulissenführung benutzt ist. Die Coulisse befindet sich in einer drehbaren Scheibe s, welche mit dem Umsteuerhebel in Verbindung steht. In der gezeichneten Mittellage der Scheite hat der Schieber den kleinsten Hub, bei welchem ein Oeffnen der Kanäle nicht mehr stattfindet. Je mehr die Scheibe in dem einen oder anderen Sinne gedreht wird, um so gröſser wird der Hub des Schiebers, also auch um so gröſser die Füllung. Die gezeichnete Anordnung ist für Locomobilen bestimmt. Bei einer noch etwas einfacheren Construction ist der Hebel h direkt mit der Kurbelstange verbunden, so daſs der Hilfslenker i in Wegfall kommt, Dabei muſs jedoch der Schieberspiegel etwas weiter von dem Cylinder entfernt werden, damit der Hebel h nicht zu kurz ausfällt.

Whg.