Text-Bild-Ansicht Band 247

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eines elektrischen oder Zeit-Zünders wurde die Patrone mit Sand oder Lehm überdeckt und schlieſslich entzündet. Es ergab sich bei diesen Versuchen, daſs zwei Ladungen von je 0k,5 Dynamit die gleiche Wirkung ausübten wie beiläufig 10 Schläge eines 750k schweren Rammbärs bei 3m Fallhöhe. Die auf den Pfahlkopf aufgesetzten schmiedeisernen Kappen hielten 20 bis 24 Schüsse aus.

Die durch das Nachpilotiren jedes Pfahles verursachten Kosten betrugen in österreichischer Währung:

k,5 Dynamit, in Patronen bezogen am Platz fl. 0,70
1 Sprengkapsel mit 1m Zündschnur 0,025
Herrichtung der Ladung 0,02
Herrichten des Pfahles und Auflegen der Kappe 0,675
Aufsatzkappen u. dgl., Regie 2,14
––––––––––
Für 1 Pfahl zusammen fl. 3,56.

Hiernach stellt sich das Nachpilotiren mittels Dynamit billiger und es läſst sich zugleich schneller ausführen, als wenn eine Kunstramme zur Verwendung gelangt.

Martignoni's Schraubennuthen-Fräsvorrichtung für Drehbänke.

Um auf einer gewöhnlichen Drehbank Schraubennuthen fräsen zu können, bringt J. Martignoni in Bockenheim (* D. R. P. Kl. 49 Nr. 20007 vom 28. Januar 1882) die Bewegung des oberen Supportschlittens, in welchem das Werkstück eingespannt ist, durch Uebertragung der Bewegung des unteren Supportschlittens (ein Kreuzsupport ist vorausgesetzt) mittels einer mit diesem verbundenen Zahnstange hervor. In letztere greift ein Stirnrad ein, welches am oberen Supportschlitten sitzt. Wird der obere Schlitten nun bewegt, so verschiebt das Getriebe auch den anderen Schlitten, während gleichzeitig durch Kegelräder, welche auf der Achse des Stirnrades sitzen, das zwischen Spitzen im Support eingespannte Arbeitstück nach rechts oder links umgedreht und vor dem Fräser vorbeigeführt wird.

Oriolle's selbstthätige Feuerlöschvorrichtung.

Ausbrechenden Bränden will P. Oriolle in Nantes, Frankreich (* D. R. P. KL 61 Nr. 18450 vom 18. September 1881) dadurch in selbstwirkender Weise entgegentreten, daſs er in dem zu schützenden Gebäude Wasserstandrohre a mit Brausenköpfen i anbringt, deren Verschluſskappen b durch den Bügel c und den Haken e niedergehalten sind; letzterer ist aus einer leicht schmelzbaren Legirung hergestellt und mit einer Durchbohrung f versehen, in welcher ein die Wärme gut leitender Stift steckt. Erreicht nach Abbruch eines Brandes die Temperatur eine gewisse Höhe, so reiſst der Haken e in der Nähe der Bohrung f, die Kappe b wird abgeschleudert und das Wasser tritt durch den Brausenkopf i ungehindert aus.

Textabbildung Bd. 247, S. 45

Der Vorschlag erinnert an jenen, in Theatern zwischen den Sofitten Schnüre anzubringen, welche durch Gewichte gespannt sind und mit Wasserhähnen derart in Verbindung stehen, daſs beim Reiſsen der sich entzündenden Schnur das fallende Gewicht das Oeffnen des Hahnes bewirkt. Eine groſse praktische Bedeutung ist solchen Vorschlägen nicht beizumessen.

Elektrische Grubenbahn.

Die auf S. 367 Bd. 246 gegebenen Mittheilungen über die von Siemens und Halske ausgeführte elektrische Eisenbahn in den kgl. sächsischen Steinkohlengruben in Zaukeroda bei Dresden wurden von Oberingenieur C. Frischen in einem Vortrage im Verein für Eisenbahnkunde am 14. November 1882 in folgender Weise ergänzt: Die 700m lange Bahn hat zwei Geleise von je 566mm Spurweite. Die Locomotive, welche 8000 bis 10000k Bruttolast mit einer Geschwindigkeit von 12km in der Stunde befördert, ist nur 800mm breit; ihr Radstand ist 450mm, der Durchmesser der Triebräder 340mm; ihre Länge zwischen