Text-Bild-Ansicht Band 247

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über einander aufgestellt und werden von dem Dampf nach einander von oben nach unten durchströmt. Der obere (A) ist für die Luftkühlung, der untere (B) für Wasserkühlung bestimmt, und zwar wird das Kühlmittel durch die Röhren geleitet, während der Dampf dieselben umspült. Von dem Wasserzufluſsrohr w ist ein seitlicher Arm abgezweigt, durch welchen Wasser in den Dampfraum eingespritzt wird. Mittels des Hahnes d kann die Menge des Einspritzwassers regulirt werden. Bei dieser Verbindung treten sowohl die Vortheile, wie die Nachtheile beider Systeme in geringerem Grade auf.

Das gleiche Patent betrifft noch ein Verfahren, nach welchem, abgesehen von geringen Verlusten, immer wieder dasselbe Kühlwasser benutzt werden soll. Der Vorschlag geht dahin, statt bei Wassermangel die Luft direkt im Condensator zu verwenden, das in letzterem erwärmte Wasser in flachen Cascaden der freien Luft auszusetzen, so daſs ihm von dieser unter theilweiser Verdunstung die aufgenommene Wärme möglichst wieder entzogen würde. Die Stufen sollen an den Rändern mit sägeförmig ausgeschnittenen Blechen versehen werden, so daſs das Wasser in feinen Fäden von Stufe zu Stufe rieselt. Derartige Anlagen könnten zugleich eine Zierde der Fabrikhöfe und Gärten bilden. Indessen werden dieselben im Sommer wenig wirksam sein und im Winter mancherlei Uebelstände mit sich bringen. Aehnliche Vorschläge sind übrigens schon mehrfach gemacht worden (vgl. z.B. Wellner 1882 245 268).

Hierher gehört auch der Condensator von W. Black und Th. Hawthorn in Gatesfield-on-Tyne, England (Erl. * D. R. P. Nr. 10881 vom 8. Februar 1880), welcher in Fig. 10 und 11 Taf. 5 dargestellt ist. Zwei kastenartige geschlossene Gefäſse A sind durch eine groſse Anzahl enger Röhren B, sowie unten durch eine weite gebogene Röhre C mit einander verbunden und mitsammt diesen Röhren möglichst vollständig der atmosphärischen Luft ausgesetzt. Das eine etwas erweiterte Ende der Röhre C ist mit mehreren Düsen F versehen, unterhalb deren das Dampfrohr D mündet. Für den Betrieb wird der ganze Behälter bis etwa 50 oder 60mm über den Röhren mit Wasser gefüllt, so daſs mithin der Abdampf direkt in das Wasser bläst. Sehr geräuschlos wird dies wohl nicht stattfinden. Durch das Einblasen des Dampfes entsteht, wie leicht ersichtlich, ein Kreislauf des Wassers im Sinne der Pfeile, wobei dasselbe in den Röhren B Wärme an die Luft abgibt. Von Zeit zu Zeit muſs ein Theil des Wassers durch den Hahn G abgelassen werden, weil der sich niederschlagende Dampf die Wassermenge vermehrt. Die Einrichtung ist jedenfalls nur zur Condensation unter Atmosphärendruck bestimmt und zwar hauptsächlich für Locomotiven, bei denen durch die Fortbewegung selbst ein kräftiger Luftstrom erzeugt wird. Aber auch in diesem Falle wird, wie bei den in Fig. 3 bis 6 Taf. 5 dargestellten Einrichtungen, die Wärmeabgabe an die Luft zu gering sein, um eine erhebliche Menge des Abdampfes niederzuschlagen.