Text-Bild-Ansicht Band 247

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Während man in dieser Richtung die Pumpen für das Kühlwasser überflüssig zu machen suchte, war man auch schon seit langer Zeit darauf bedacht, eine Verdünnung ohne Luftpumpe herzustellen. Bekannt sind namentlich in Zuckerraffinerien die Condensatoren mit angehängter Wassersäule (vgl. z.B. Sault 1877 224 * 29). Aber auch diese Anordnungen erfordern zum Absaugen der Luft eine wenn auch nur kleine Luftpumpe. Ganz vermieden wird dieselbe bei den weniger bekannten Constructionen, bei welchen der Abdampf selbst zu Anfang jedes Kolbenhubes die Luft austreibt, wobei allerdings während dieses ersten Theiles des Kolbenhubes die Verdünnung fortfällt. Ein derartiger Condensator wurde zuerst im J. 1826 von dem Mecklenburger Dr. E. Alban bei einer einfach wirkenden Balanciermaschine angewendet (vgl. auch 1851 120 * 161). Die einzige Schwierigkeit bei diesem Verfahren liegt darin, den ersten Dampfstrahl, welcher zu Anfang jedes Hubes die Luft austreibt, schnell zu condensiren, damit möglichst bald die Verdünnung im Condensator hergestellt werde. In der Regel suchte man dies durch Einspritzen von Wasser zu erreichen.

Der in Fig. 12 Taf. 5 dargestellte Condensator von W. Schweitzer in Freiburg, Baden (Erl. * D. R. P. Nr. 7487 vom 9. Mai 1879), bei welchem ebenfalls eine angehängte Wassersäule benutzt ist, soll anscheinend auch stoſsweise wirken. In einen mit Kühlmantel versehenen Cylinder tritt der Dampf durch ein durchlöchertes Rohr ein und treibt die Luft durch das Ventil h und das Wasser durch das Ventil i aus. Durch h wird auch ein groſser Theil des Dampfes entweichen. Sobald der Atmosphärendruck in dem Cylinder erreicht ist, schlieſst sich h; das Ventil i dagegen bleibt offen, bis die Spannung in Folge der eintretenden Condensation auf einen Werth, welcher der Höhe der angehängten Wassersäule entspricht, gesunken ist, also z.B. bei 5m Wassersäule auf 0at,5, bei 8m auf 0at,2 u.s.w. Soll der Apparat dauernd in Wirkung verharren, so muſs in dem Cylinder stets etwas Wasser zurückbleiben. Bei der Untersuchung der Wirkungsweise muſs die Anzahl der Kolbenhübe der Maschine und das Beharrungsvermögen des aus dem Condensator zu verdrängenden Wassers berücksichtigt werden. Jedenfalls ist in der gezeichneten Anordnung die Kühlfläche viel zu klein, um mehr als ganz unerhebliche Dampfmengen niederzuschlagen; auch wird die Verdünnung nicht sehr bedeutend sein können.

Ein dem vorigen ähnlicher, in Fig. 13 Taf. 5 veranschaulichter Condensator ist in Amerika an R. E. Williams in Grass Valley, Nevada County, Cal., patentirt. Auf einem Sockel C ist der mit Kühlmantel versehene Condensationscylinder A und ein Luftcylinder B aufgestellt. Der durch D einströmende Dampf stöſst zu Anfang jedes Hubes die Luft durch das Ventil i in den Cylinder B, aus dem sie durch r entweicht. Das Wasser läuft direkt aus dem Sockel durch w ab. Das Hauptaugenmerk ist bei dieser Construction auf eine bequeme Reinigung und Ausschaltung