Text-Bild-Ansicht Band 247

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und Arbeitsmaschinen (vgl. 1880 235 * 10), in welcher diese Art Kupplungen sowohl allgemein in theoretischer Hinsicht besprochen, als auch mehrere praktische Ausführungen behandelt werden, wie sie bei Fallhämmern, an Turbinen, Wasserrädern u. dgl. angewendet wurden. Eine den dort beschriebenen Vorrichtungen im Prinzip ähnliche, sich nur durch constructive Einzelheiten unterscheidende Kupplung ist nun neuerdings an Jul. Steiner in Chemnitz (* D. R. P. Kl. 47 Nr. 18143 vom 20. März 1881) patentirt worden. Fig. 17 und 18 Taf. 6 stellen dieselbe unter Benutzung einer einfachen Bandbremse dar; die Anordnung läſst sich natürlich ohne weiteres auch mit Anwendung einer Differentialbremse anwenden, was in der betreffenden Patentschrift auch vorgesehen ist.

Wie ersichtlich, ist das Bremsband einerseits fest an dem Kranze des Zahnrades a, welches sich lose auf der Welle b dreht, andererseits an dem einen Ende des Hebels d, dessen der Welle zugekehrter Endpunkt an einem Ringe angreift, welcher über den auf der Welle drehbaren und zugleich verschiebbaren Muff f so gelegt ist, daſs er sich nur mit groſsem Reibungswiderstand darauf drehen kann. Eine Blattfeder bewirkt im Zustand der Ruhe, daſs das Bremsband lose auf der zu kuppelnden Scheibe c schleift. Dreht sich das Zahnrad in der Richtung des Pfeiles, so wird also zunächst die Bremsscheibe still stehen, während der Muff durch den Hebel mit herumgeführt wird. Muff und Nabe der Scheibe c bilden nun zusammen eine gewöhnliche Klauenkupplung. Rückt man diese ein, so wird der Muff plötzlich zurückgehalten, der Ring schleift und der Reibungswiderstand, den derselbe erfährt, hält den Hebel d zurück; hierdurch wird aber die Bremse festgezogen und zwar bei richtig gewählten Hebel Verhältnissen stark genug, daſs die Welle b nach und nach die Umdrehungsgeschwindigkeit des Zahnrades annehmen muſs. Wird der Muff ausgerückt, so kann die Feder e den Hebel wieder in jene Lage zurückschieben, bei welcher die bremsende Wirkung des Bandes aufhört.

Eine hiervon sehr verschiedene Ausrückvorrichtung, construirt von Ernst Buck in Stuttgart (* D. R. P. Kl. 47 Nr. 18272 vom 27. September 1881) strebt die Lösung der Aufgabe an, bei empfindlichen Arbeitsmaschinen im Falle einer Steigerung des Widerstandes über das zulässige Maſs die Verbindung mit der Kraftmaschine selbstthätig aufzuheben. Die Kupplung ist in Fig. 15 und 16 Taf. 6 dargestellt. Die von der Kraftmaschine aus zu treibende Welle A trägt die Leerscheibe B und die dicht daneben festgekeilte Scheibe C. Die Uebertragung der Bewegung von B auf C wird dadurch bewirkt, daſs ein am Umfange der Leerscheibe sitzender Treiber D den Mitnehmer E vor sich herschiebt. Der Treiber besteht aus einem in exentrischen Zapfen drehbaren Vierkant, welches von dem Mitnehmer in einem Einschnitte derart gefaſst wird, daſs der Berührungspunkt unter normalen Verhältnissen etwas über