Text-Bild-Ansicht Band 247

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„Sluice“ war viele Jahre lang als die beste Vorrichtung in Anwendung und ist es auch zur Zeit noch, wenn wenig Anlagekapital zur Verfügung steht. Wo das Wasser den gröſsten Theil der Jahreszeit nur spärlich, zu gewissen Zeiten aber reichlich vorhanden ist, kam eine andere Construction der „Sluice“ (ditch oder ground sluice) in Anwendung, wobei es des Quecksilbers nicht bedurfte, sondern der Goldsand nur concentrirt und dann auf einer kurzen gewöhnlichen „Sluice“ mit Quecksilber behandelt wurde. Alle diese Gewinnungsmethoden übertrifft wesentlich der zur Zeit in Californien angewendete hydraulische Abbau, im J. 1852 auf der Yankee-Yim-Muthung in Placer County in Californien erfunden. Es betragen die Kosten der Verarbeitung von 1cbm Goldsand mit Pfanne gut 100, mit „Rocker“ 25, mit „Longtom“ 5 und mit hydraulischem Abbau 0,10 M.

Mit der Abnahme der Goldalluvionen hat man sich immer mehr der Goldgewinnung aus Bergerzen, namentlich aus Goldquarz zugewendet. Die anfängliche Zerkleinerung desselben mit Hand wurde alsbald durch die Behandlung unter der Arrastra ersetzt, welche die Idee zur Pfannenamalgamation gegeben hat. Die „Arrastra“ wird noch immer mit Nutzen benutzt; sie gibt ein groſses Ausbringen, gestattet aber keine Massenproduction. Fast gleichzeitig mit der „Arrastra“ kam die chilenische Mühle in Gebrauch, von der Einrichtung einer Kollermühle mit zwei Läufern aus Eisen oder Stein. Letztere Maschine ist, ohne eine gröſsere Leistung zu geben, theurer als erstere. Gröſserer Erfolg als von beiden erfolgte mit Stampfwerken (Goldmühlen), namentlich bei rotirenden Stampfen in Verbindung mit einem Steinbrecher. Anfangs lieſs man die Pochtrübe über oder durch Quecksilber flieſsen, wodurch Quecksilberverluste entstanden, welche sich verminderten, als man den Poch trog aus amalgamirten Platten bildete und in denselben Quecksilber that (sogen. Pochwerksamalgamation). Die Trübe gelangt dann noch über amalgamirte Kupferplatten und bei Anwesenheit von Schwefel-, Antimon- oder Arsenmetallen, welche eine nur unvollkommene Ausziehung der Edelmetalle durch Quecksilber zulassen, müssen die Schlämme aufgefangen und anderweitig verarbeitet werden. Zuweilen kommen Attwod's Amalgamator und der „Eureka-Rubber“ in Anwendung.

Bei der Concentration und Amalgamation der Abgänge schwimmt immer ein Theil des Goldes (float oder rusty gold) mit fort und entzieht sich der Aufnahme durch Quecksilber, wenn die Berührung zwischen beiden unterbrochen ist, z.B. durch eine Fettschicht. Die Erfahrung, daſs ein durch starke Hammerschläge ausgeplattetes Stückchen Gold von Quecksilber nur ganz langsam angegriffen wird, trägt auch zur Erklärung des Goldverlustes bei, indem unter den Pochstempeln ausgeplattetes Gold sich der Amalgamation entzieht. Die Kosten der Goldgewinnung einschlieſslich der Grubenkosten können 4 bis 40 M. für 1t betragen, je nach der Härte des Gesteines, den Transportkosten, den Arbeitslöhnen u. dgl.