Text-Bild-Ansicht Band 247

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Es ist eine groſse Anzahl von Röstöfen construirt, von welchen die anderen nur die Oefen von Brückner und Teates überlebt haben. Da in den Abgängen (tails) sich immer noch Silber und Quecksilber befindet, so sucht man dieselben meist noch ausgedehnteren Aufbereitungs- und Amalgamationsprozessen zu unterwerfen.

Die Amalgamation ist ausgeschlossen und es kommen Schmelzprozesse in Anwendung, wenn Blei, Kupfer oder Zink in irgend beträchtlicher Menge in den Erzen vorkommen. Anfangs wurden von cornischen Schmelzern engliche Methoden eingeführt, später nur deutsche und schwedische Oefen erbaut, da die englischen Oefen eine beträchtliche Menge gutes Brennmaterial erfordern, welches sich im Westen nicht findet, sowie gröſsere Geschicklichkeit der Arbeiter. Die Schachtofen-Prozesse, ursprünglich europäischen Einrichtungen entlehnt, wurden allmählich verbessert und namentlich wurde auf die Condensation der dabei entweichenden flüchtigen Producte Rücksicht genommen. Anfangs benutzte man nur Holzkohlen, später namentlich für Kieselsäure reiche, strengflüssige Erze Kokes, welche mit 10 bis 20 Proc. Asche, aus dem Osten oder von Europa, auf einigen Werken zu 165 M. für 1l herbei geführt wurden. Es wurden dann Oefen mit Wasserformen und sonst Wasserkühlung eingeführt, meistens mit offener Brust und Vorherd, auch continuirlich gehend mit Arent's Bleibrunnen. Aus Gold, Silber und Kupfer haltigen Zwischenprodukten gewinnt man die edlen Metalle auf nassem Wege.

Zur Verringerung der Verluste durch Verflüchtigung, welche in Utah auf 10 bis 15 Proc. steigen, hat man Rauchcondensationsvorrichtungen hergestellt, von denen sich die neueste in Mansfield Valley bei Pittsburg in Pensylvanien befindet, in dem zum Schornstein führenden Kanal durch Theilung in 2 senkrechte Abteilungen. In der unteren setzt sich vorwaltend der Rauch ab.

Gewöhnlich verschmilzt man Gold und Silber haltige Erze in Districten, in welchen Bleierze vorkommen, auf Werkblei (base bullion) welches seltener im deutschen als im englischen Treibofen abgetrieben wird. Ersterer erfordert mehr Brennmaterial, gröſsere Geschicklichkeit und einen Markt für Glätte; letzterer erfordert weniger Erfahrung, aber reineres armes Blei, welches zu reichem concentrirt und dann abgetrieben wird. Der Pattinson'sche Krystallisationsprozeſs ist niemals ernstlich ausgeführt worden, hauptsächlich wegen der Zeit, welche die Krystallisation eines reichen Werkbleies verlangt. Zur Zeit wird der Zinkprozeſs vorwaltend angewendet und das Reichblei im englischen Treibofen abgetrieben. Dieser Prozeſs, von Karsten i. J. 1842 erfunden, wurde i. J. 1858 von Crookes in England nacherfunden, nach den Vereinigten Staaten als englischer Prozeſs gebracht und hier mehrfach verbessert. Derselbe erfordert ein reines Werkblei, welches man in Deutschland in bis 6t fassenden Flammöfen raffinirt, während die amerikanischen Oefen bis 26t aufnehmen bei einem Herd aus Guſs- oder Schmiedeisen, aus welchem