Text-Bild-Ansicht Band 247

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des gesammten Goldgehaltes angenommen werden. Die Verluste entstehen u.a. durch zu feines Pochen, wobei die Goldtheilchen ausgeplattet werden und sich dann der Amalgamation gern entziehen. Hohlräume in dem Guſs der Stempel, Pfannen u.s.w. nehmen Amalgam auf. Ein anderer Verlust entsteht beim Reinigen der Platten, wenn man das Amalgam ganz davon nimmt, indem es eine bekannte Erfahrung ist, daſs neue Platten nicht so gut wirken, wie alte. Ein zu langsamer Wasserstrom bedeckt die Oberfläche mit einer Sandlage; ein zu starker Strom hindert das Auffangen des Goldes. Eine Haut auf dem Quecksilber wirkt der Metallaufnahme entgegen; dasselbe tritt ein, wenn die Gebirgsart seifenartig ist wie bei Magnesia und Thon haltigen Gesteinen. Fernere Verluste können entstehen bei zu kurzen Schlämm Vorrichtungen, durch Zerstäuben des Amalgams bei zu schneller Bewegung oder bei zu reichlichem Gebrauch von Chemikalien. Dampf verhindert ein Zerstäuben durch die Expansion der Kügelchen. Wird der Dampf von der Maschine aus ökonomischen Rücksichten angewendet, so kann der Verlust steigen, indem sehr kleine Theilchen vom Schmiermittel übergehen, welche das Quecksilber mit einer Haut überziehen.

Bestimmung und Scheidung von Antimon und Zinn.

Antimonsäure und Antimonoxyd bezieh. Antimonpentachlorid und Antimontrichlorid unterscheiden sich durch ihr verschiedenes Verhalten gegen Jodkalium, so daſs nach A. Weller (Liebig's Annalen, 1882 Bd. 213 S. 364) die Eigenschaft der ersteren, in salzsaurer Lösung für je 1 Atom Antimon 2 Atom Jod aus Jodkalium abzuscheiden, zu einer quantitativen Bestimmung des Antimons benutzt werden kann.

Eine Lösung von Antimonpentachlorid wird z.B. mittels Salzsäure haltigen Wassers in das Kölbchen des bekannten Bunsen'schen Chlordestillationsapparates gebracht, ziemlich stark verdünnt und eine genügende Menge ganz reinen Jodkaliums zugefügt. Einen allzu groſsen Ueberschuſs von Jodkalium zuzusetzen, vermeidet man zweckmäſsig, obgleich die Gegenwart selbst der 4fachen nothwendigen Menge die Genauigkeit der Resultate nicht beeinträchtigt. Das ausgeschiedene Jod wird in verdünnte Jodkaliumlösung überdestillirt und nach dem völligen Erkalten mit Hilfe von sehr verdünnter Schwefligsäure und einer Jodlösung von bestimmtem Gehalt in bekannter Weise titrirt.

Das Verfahren läſst sich vorteilhaft zur Bestimmung des Antimons in seinen Oxydationsstufen und in den Verbindungen derselben, z.B. in antimonsauren Salzen, sowie insbesondere zur Bestimmung von Antimonsäure neben Antimonoxyd anwenden, da letzteres aus Jodkalium kein Jod abscheidet. Man wiegt zu diesem Zweck die betreffende Substanz