Text-Bild-Ansicht Band 247

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angewärmt werden, abgesaugt. Um im Sommer die durch die Ventilatoren eingeblasene Luft zu kühlen, ist in dem erwähnten Keller eine Kühlmaschine aufgestellt, welche aus Dampfmaschine, Dampfpumpen, Refrigeratoren und Condensatoren besteht und im Stande ist, durch Verwendung von Aether 4500l Wasser in einer Stunde von 21° auf 4°,4 zu kühlen. Dieses kalte Wasser wird in feinen Strahlen durch eine Zerstäubungsvorrichtung der eintretenden Luft entgegengespritzt und von dieser theilweise absorbirt; der Rest wird in den Condensatoren verwendet und flieſst dann mit einer Temperatur von 32° ab.

Antiseptische Eigenschaften der Kohlensäure.

Nach Versuchen von H. Kolbe (Journal für praktische Chemie, 1882 Bd. 26 * S. 249) bleibt Ochsenfleisch lange vor Fäulniſs geschützt, wenn es in einem Gefäſs aufgehängt wird, auf dessen Boden flüssige Salzsäure., Salpetersäure oder wässerige Schwefligsäure sich befindet; es verliert aber seinen frischen Geschmack, ebenso wie das mit Salicylsäure conservirte. In einer Atmosphäre von Kohlensäure aufgehängtes Ochsenfleisch war dagegen nach 8 Tagen von frischem Fleische nicht zu unterscheiden. Nach 14 Tagen war das Fleisch äuſserlich etwas grau gefärbt, im Inneren aber noch fleischroth und saftig. Die davon gekochte Fleischbrühe wie das Fleisch selbst waren wohlschmeckend und nur eine feine Zunge war im Stande, einen geringen Unterschied im Geschmack dieser Fleischbrühe und der von frischem Fleische wahrzunehmen. In einigen Fällen besaſsen Fleisch und Fleischbrühe schwach säuerlichen Geschmack, welcher durch Eintragen ganz kleiner Mengen von kohlensaurem Kali in die kochende Masse vollständig beseitigt wurde. Auch nach 3 wöchentlichem Verweilen in der Kohlensäure-Atmosphäre war das Fleisch noch von gleicher Güte wie nach 14tägiger Behandlung; nur war es weicher als frisches Fleisch und erforderte zum Garkochen wie zum Erzielen guter Fleischbrühe noch kürzere Zeit. Nach 4 bis 5 Wochen langem Verweilen im Kohlensäuregas zeigte sich das Fleisch zwar noch ganz frei von fauligem Geruch; aber die davon gekochte Fleischbrühe war doch nicht mehr so wohlschmeckend als frische.

Hammelfleisch fängt schon nach 8tägigem Verweilen im Kohlensäuregas an, faulig zu riechen; auch Kalbfleisch wird von Kohlensäure bei weitem nicht so lange vor dem Verderben geschützt wie Ochsenfleisch.

In einem mit Kohlensäure und Kohlenoxyd gefüllten Gefäſs 3 Wochen lang aufgehängtes Ochsenfleisch behielt die fleischrothe Farbe und eine schwach saure Reaction; es gab eine wohlschmeckende, von frischer nicht zu unterscheidende Fleischbrühe und das gekochte Fleisch selbst war tadellos im Aussehen und Geschmack. Dennoch dürfte diese Eigenschaft der Kohlensäure, Ochsenfleisch wochenlang vor dem Verderben zu schützen, schwerlich praktische Bedeutung gewinnen.

Torf als Verbandmittel.

Durch die günstige Wirkung, welche aufgelegter Torfbrei auf die Armbruchwunde eines Torfarbeiters zeigte, indem unter der schwarzen Borke die Wunde ohne Eiterbildung heilte, aufmerksam geworden, hat Neuber Versuche mit den Abfällen von leichtem, weiſsem Torf, sogen. Moostorf, zum Wundverband ausgeführt. Er empfiehlt nun auf Grund der gemachten Erfahrungen diesen Torfmull als billiges Verbandmittel, welches sich durch groſse Aufsaugungsfähigkeit auszeichnen soll. (Vgl. Archiv für klinische Chirurgie, 1882 Bd. 27 S. 776.)

W. H. Mielck hebt in der Berliner klinischen Wochenschrift, 1882 Nr. 38 dagegen hervor, daſs nur die schwarze Torferde fäulniſswidrige Eigenschaften habe und daſs die Aufsaugungsfähigkeit des Torfmooses (Sphagnum) gröſser sei als die des Moostorfes. Er empfiehlt daher, das Torfmoos durch einen Dampfstrom zu reinigen, vorsichtig zu trocknen und dann als Verbandstoff zu verwenden.

Ueber die Wegeli'schen Porzellanmassen.

Auf dem Grundstücke Neue Friedrichstraſse Nr. 26 in Berlin sind etwa 30t Porzellanmasse gefunden worden, welche offenbar aus der im J. 1757 eingegangenen