Text-Bild-Ansicht Band 247

Bild:
<< vorherige Seite

einen Widerstandsregulator construirt, welcher der Hauptsache nach aus einem mit Flüssigkeit gefüllten Gefäſs besteht, in welchem radial laufende feststehende Flügel angebracht sind und eine Welle mit einem Flügel sich dreht; letztere bethätigt in sehr umständlicher Weise das Ventil oder den Schieber des Hilfscylinders.

G. Pottle in Boston (* D. R. P. Nr. 10187 vom 9. Januar 1880) läſst direkt von der Regulatorstange einen Hohlschieber F (Fig. 14 Taf. 24) bethätigen, welcher die Dampfzulaſsöffnung beeinfluſst. Die Kegelräder E und H bewegen die Schraubenspindel h; die Mutter der letzteren hat schraubenartige Flügel N und bewegt sich in einem mit Flüssigkeit gefüllten Gefäſs auf der rotirenden, jedoch achsial nicht verschiebbaren Spindel h und hebt dabei die Röhre H1 mit einer Stange H2, welche dann durch das Gestänge K, L, V, R weiter den Hohlschieber F beeinfluſst.

Eugen Schleh in Ehrenfeld bei Köln (* D. R. P. Nr. 11748 vom 20. März 1880) benutzt gleichfalls den Widerstand einer Flüssigkeit, welcher hier mit der Geschwindigkeit wächst, indem in dem doppelwandigen Gefäſs de (Fig. 15 Taf. 24) eine Schraube c rotirt, welche die Flüssigkeit gegen den Gefäſsdeckel preſst; diese Pressung wird durch Stellung des Ringes f mittels der Schrauben h regulirt. Die Schraube c ist auf der Hülse b befestigt, welche mit der rotirenden Regulatorspindel a fest verbunden ist. Bei erhöhter Geschwindigkeit wächst der Druck der Flüssigkeit gegen den Gefäſsdeckel, das Gefäſs selbst hebt sich und verstellt durch den Hebel l das Stellzeug; bei verminderter Geschwindigkeit sinkt das Gefäſs. Da jeder Geschwindigkeit ein bestimmter Druck, also eine bestimmte Lage des Gefäſses entspricht, so wird dieser Regulator als ein statischer wirken, während der vorbeschriebene von Pottle zur Ruhe kommen wird, wenn die Geschwindigkeit constant bleibt; jener Regulator wäre somit astatisch.

Pendelregulator. Ein einfacher Mechanismus, hauptsächlich zur Regulirung von Maschinen, welche wie die Deutzer Gaskraftmaschinen (vgl. S. 97 d. Bd.) mit Normalladung arbeiten, oder diese ganz ausfallen lassen, ist der Gasmotoren-Fabrik Deutz in Deutz (* D. R. P. Nr. 17906 vom 9. September 1881) patentirt. Wie Fig. 16 Taf. 24 zeigt, ist am Schieber B oder einem anderen hin- und herbewegten Theile ein Gewicht D am Winkelhebel A so aufgehängt, daſs es beim Hingange, also nach rechts, vom Anschlag F mitgenommen wird, aber beim Rückgang sich frei bewegen kann, indem beim Uebergang aus der gröſsten Geschwindigkeit des Schiebers in seine Endgeschwindigkeit das Gewicht D in Folge seines Beharrungsvermögens etwas weiter schwingt und zwar um so mehr, je gröſser die Schiebergeschwindigkeit war. Beim Rückgang wird dann die Schneide E des freien Armes je nach der Ausschwingung über oder unter die Schneide der Ventilstange H treten, somit das Ventil öffnen oder geschlossen halten; in letzterem Fall fällt dann die Ladung aus. Durch Verstellung des Gewichtes D kann genau