Text-Bild-Ansicht Band 247

Bild:
<< vorherige Seite

verbunden sind. Das Dampfventil v soll dicht schlieſsen, das Wasserauslaſsventil d aber nicht. Das Speisewasser tritt durch S und das Saugventil b von oben ein. Hat sich A mit Wasser gefüllt, so wird wegen der Undichtheit des Ventiles d die Pressung in A allmählich wachsen, bis der Auftrieb des Schwimmers hinreicht, um die Ventile v und d zu öffnen. Je nach dem Wasserstande im Kessel wird dann mehr oder weniger Wasser ausströmen und der Schwimmer die Ventile durch sein Eigengewicht wieder schlieſsen oder offen lassen. Im letzteren Falle bleiben sie offen, bis der Wasserstand genügend gefallen ist. Zur Beschleunigung der Condensation des eingeschlossenen Dampfes ist oberhalb des Saugventiles b eine kleine Kammer angeordnet, in welcher nach Schluſs des Ventiles immer etwas Wasser zurückbleibt, welches dann durch eine enge Bohrung in dünnem Strahle in den Dampfraum hinabrinnt. Die Condensation muſs hier schnell vor sich gehen, um die zum Oeffnen des Saugventiles b nöthige Verdünnung zu erzeugen, da dieselbe sonst leicht wegen der Undichtigkeit des Ventiles d überhaupt verhindert wird. Mit Rücksicht auf ungleiche Ausdehnungen durch Erwärmung und sonstige Aenderungen wird es wohl kaum möglich sein, zwischen dem Ventil d und seinem Sitz gerade so viel Spielraum zu lassen, daſs einerseits nach Absperrung des Dampfes die nöthige Druckverminderung nicht verhindert und andererseits nach Schluſs des Saugventiles doch die Kesselspannung möglichst schnell wieder hergestellt wird.

Bei dem in Fig. 12 bis 16 Taf. 28 dargestellten Apparat von William Whiteley und Sohn in Lockwood bei Huddersfield, England (* D. R. P. Nr. 13756 vom 23. November 1880) ist gleichfalls zur Steuerung ein Schwimmer verwendet; doch ist derselbe hier mit einem ein Laufgewicht tragenden Ueberfallhebel in Verbindung gebracht. Das eiförmige Speise- und Condensationsgefäſs A ist durch die Röhren U und C an den Kessel angeschlossen; durch B flieſst das Wasser ein. B und C sind mit Saug- und Druckventil D und E versehen. Der Schwimmer F hängt an einem Hebel, dessen Achse durch eine Stopfbüchse nach auſsen tritt und hier einen Arm J mit Gegengewicht trägt. Steigt der Schwimmer, so drückt ein an J befestigter Stift P die Scheibe O und mit dieser den auf derselben Achse M befestigten Hebel L nach rechts abwärts. Sobald die obere Kante von L über die horizontale Stellung hinausgegangen ist, rollt das Gewicht N nach rechts und wirft die Scheibe O in die tiefste Lage. Dabei wird mittels der Zugstange T ein als Dampfeinlaſsorgan dienender Schmetterlingshahn Y (Fig. 15 und 16) geöffnet, der Dampf strömt durch U ein, das Wasser flieſst durch C ab und der Schwimmer fällt nieder. Der Stift P hebt darauf die Scheibe O und den Hebel L, das Gewicht rollt nach links und der Dampfzufluſs wird wieder abgesperrt. Der in A befindliche überschüssige Dampf kann durch eine Höhlung des Schmetterlingshahnes nach oben entweichen; der zurückbleibende wird dann durch das aus B einflieſsende Wasser niedergeschlagen.