Text-Bild-Ansicht Band 247

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letztere, durch eine besondere kleine hydraulische Maschine getrieben, macht die Trümmer mit dem Wasser zu einem Brei an, welcher durch Pumpen bis über Tage gehoben wird. Die Erfahrung hat gelehrt, daſs man die besten Resultate erhält, wenn die Wassermenge etwa 3mal das Gewicht der Gesteinstrümmer übersteigt. Die zum Betriebe der hydraulischen Maschinen dienenden Rohrleitungen, sowie die Pumpensteigröhren, welche an dem Bohrgestell befestigt sind, lassen sich mittels Stopfbüchsen in den Hauptleitungen um 22m verschieben, so daſs nur alle 24 Stunden die Einschaltung von Fortsetzungsrohren nothwendig wird. Das Wasser zum Betriebe der hydraulischen Maschinen besitzt, abgesehen von der Druckhöhe von über Tage bis vor Ort eine Pressung von ungefähr 70at.

Hiernach ist ersichtlich, daſs die Tunnelstrecke hinter dem Bohrer bis auf die geringe Querschnittsverengung durch die Rohrleitungen vollständig frei bleibt. Das durch Klüfte eindringende Seewasser muſs natürlich durch besondere Pumpwerke bewältigt werden.

Die Ausführbarkeit dieses Planes gründet Crampton hauptsächlich auf die Weichheit und Wasserundurchlässigkeit des sich unter dem Meeresboden zwischen Dover und Calais hinziehenden grauen Kalkes.

St.

Zur Ausbreitung des Telephons.

1) In Oesterreich Ungarn. Am 25. Oktober 1882 hatte die Telephonverwaltung in Budapest 320 Abonnenten bei einer Einwohnerzahl von 320000, Triest 50 Abonnenten bei 112000 Seelen. In beiden Städten gehört die Anlage der Central-Telephon-Gesellschaft in Wien, welche von der Regierung die Concession auch für Graz, Lemberg, Krakau, Brunn, Temesvar erhalten, jedoch in diesen Städten noch keinen Betrieb eröffnet hat. Der Preis beträgt für das Jahr in Pest 180, in Triest 90 Gulden; in ersterer Stadt ist die Concession auf 20, in letzterer auf 10 Jahre ausgestellt.

2) In Frankreich. Der Minister der Posten und Telegraphen hat die Errichtung von Telephonlinien in Roubaix, Tourcoing, Rheims, St. Quentin, St. Etienne, Fourmies, Cannes und Nizza angeordnet, auch der Société Générale des Téléphones in Paris die Eröffnung von Fernsprechämtern in Algier, Oran und St. Pierre-les-Calais gestattet. Diese Gesellschaft hat seit ihrer Bildung im J. 1880 auſser ihren gewöhnlichen Linien noch 200 Privatlinien und mehr als 2000 Telephonstationen in Paris und den Provinzen errichtet.

3) In Italien. Nach einer Angabe der Société Italienne des Téléphones vom 15. Oktober 1882 betrug die Zahl der Abonnenten: in Turin 383, Mailand 398, Genua 383, Florenz 281, Venedig 114, Bologna 166, Livorno 124, Messina 69, Rom 530, Neapel 351, Palermo 150, Catania 54, im Ganzen 3003.

4) In Amerika. Ueber die Zunahme des Telephonbetriebes in Amerika bringt Electrician, 1882 Bd. 10 S. 70 nach dem Boston Globe folgende Angaben. In Lowell, Mass., wurde Ende 1877 der Betrieb mit 60 Abonnenten eröffnet; am 1. Oktober 1880 hatten sich bereits 600 gemeldet und gegenwärtig stehen 900 Abonnenten im Verkehre. Die dortige Gesellschaft stellt jetzt in Lowell monatlich etwa 20 neue Instrumente in Betrieb, so daſs jetzt auf je 62 Einwohner ein Telephon kommt. – In Portland, Me., befinden sich 700 Instrumente, 1 auf je 50 Einwohner; dies ist das gröſste Verhältniſs für alle Städte gleicher Gröſse in der ganzen Welt. Man wird natürlich vermuthen, daſs dieser starke Gebrauch des Telephons, besonders das Sprechen auf lange Entfernungen, den Telegraphen verkehr sehr beeinträchtigen würde; doch scheint dies nicht der Fall. In Lowell z.B. empfängt und versendet die Telephongesellschaft heute ebenso viele Telegramme als die Western Union Telegraph Company und gleichwohl haben die Geschäfte der letzteren seit 2 Jahren um die Hälfte zugenommen. – Die Entfernung zwischen Lowell und Portland beträgt 185km und trotz der auſserordentlich ungünstigen atmosphärischen Einflüsse kann zwischen beiden Punkten sehr gut gesprochen werden. In Lowell hat die Centralstation 15 Beamte, 1 auf 60 Abonnenten; es sind meist Mädchen zwischen 18 und 24 Jahren, welche monatlich 18 bis 30 Dollars Gehalt bekommen. Dieselben Preise werden auch an den anderen Orten bezahlt. – Jeder Theilnehmer zahlt jährlich 75 Dollars.