Text-Bild-Ansicht Band 247

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gereinigt werden. Je nach der Lage der Uhr und den äuſseren Einflüssen, welchen sie ausgesetzt ist, muſs diese Reinigung früher oder später gemacht werden. Solche elektrische Werke sind mit ununterbrochenem Gange, ohne eine einzige Minute zu fehlen, 3, 4, ja sogar 6 Jahre lang gegangen. Da wo die Verhältnisse weniger günstig ausfallen, muſs die Reinigung öfter erfolgen. Dies ist eben der Fall für die groſsen Doppeluhren der Perrons bei der Stadtbahnanlage und theilweise für die Straſsenuhren. Es hat sich gezeigt, daſs der Schwefel haltige Rauch der Lokomotiven die Werke dieser Uhren ziemlich schnell angreift. Diese Wirkung ist um so gröſser, als der Verkehr auf der Stadtbahn auſserordentlich groſs ist (vgl. S. 511 d. Bd.). Diesem Uebelstande wurde durch Aenderungen an den Gehäusen der betreffenden Uhren abgeholfen.

Es steht zu hoffen, daſs die Uhrenanlage der Berliner Stadtbahn ebenso gute Dienste leisten wird wie die ähnlichen Uhren der Anhalter, Stettiner und Lehrter Bahnhöfe, welche die Firma Hipp schon vor mehreren Jahren geliefert hat. Schlieſslich sei noch erwähnt, daſs in den Hauptstädten der Schweiz, wie Zürich, Genf, Basel, Luzern, Biel, Neuenburg, die astronomische Zeit mittels elektrischer Uhren vertheilt wird (vgl. 1878 227 * 555) und dies nicht nur in den Straſsen und öffentlichen Plätzen, sondern auch gegen jährliche Abgabe in den Privathäusern. Die Stadtgemeinde ist Eigenthümerin der Uhrenanlage, welche auf diese Weise einen öffentlichen Dienst der Stadt bildet.

Der Hauptregulator kostete 2615 M., jede elektrische Sekunden-Pendeluhr 675, nicht transparente Perron-Doppeluhren das Stück je nach den verschiedenen Durchmessern 724 bis 1075, einfache Uhren im Inneren 102,50 bis 160, einfache transparente Straſsenuhren 524 bis 1135, transparente Straſsen-Doppeluhren 905 bis 1225 M. Die Gesammtkosten einschlieſslich der Kabel u.s.w. beliefen sich auf 59591 oder für jede der aufgestellten 73 Uhren auf durchschnittlich 810 M.

E–e.

Ueber die elektrischen Einrichtungen im Opernhause zu Frankfurt a. M.

Mit Abbildungen im Text und auf Tafel 38.

Wie die Einführung der elektrischen Beleuchtung für die Theater bezüglich der Sicherheit und des Wohlbehagens der Theaterbesucher von höchster Bedeutung sein wird, so vermag die Elektricität auch für Betrieb der Theater vielseitigen Nutzen zu schaffen. Ein Beispiel dafür, bieten die umfänglichen elektrischen Einrichtungen im Opernhause zu Frankfurt a. M., welche in der Elektrotechnischen Zeitschrift 1882 S. 234 ff. von dem Betriebsingenieur K. Wagner eingehend beschrieben worden sind.

Im Frankfurter Opernhause sind von dem den Bau ausführenden Baumeister Becker auſser den im ganzen Gebäude bestehenden Anruf- und Signalschellenverbindungen nicht weniger als 8 verschiedene elektrische Einrichtungen durchgeführt, nämlich: 1) Die Feuermelde-Einrichtung, 2) die Wächtercontrole mit Controluhr, 3) die Thürschluſscontrole, 4) der Wärmetelegraph, 5) der Hubzähler des Ventilators, 6) die Taktschläger, 7) die Kronleuchter-Zündung, 8) die Zündung der Soffitenbeleuchtung. Zu den sämmtlichen Einrichtungen ausschlieſslich der Kronleuchter- und Soffitenzündung sind etwa 20000m Leitungsdrähte im Hause verlegt. Die Batterien dienen theilweise verschiedenen Zwecken zugleich; so sind z.B. die Batterien für die Alarmschellen gleichzeitig für die Aktschellen