Text-Bild-Ansicht Band 244

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in Wirklichkeit aber hat er nur das Verhältniſs des kaustischen Kalis zum kohlensauren Kali richtig gestellt. Schwieriger läſst sich die Erscheinung erklären, daſs Schmierseifen, welche sich beim Sieden als gut im Kalk erweisen, noch ehe sie Lauge genug haben, an der Zunge probirt, starken Stich zeigen, der nach Zugabe von Potaschelösung wieder verschwindet. Dies dürfte vielleicht daher rühren, daſs in einer Seife, welche hoch im Kalk ist, die Oelsäure nach Aufnahme der Lauge bis zur neutralen Verbindung durch die zähe Beschaffenheit der Seife verhindert ist, mit der Lauge in innigere Berührung zu kommen und weitere Mengen davon zu binden. Durch die Zugabe der Potaschelösung wird die Seife lockerer und die Verbindung ermöglicht.

Nach den Ausführungen des Verfassers soll man die Laugen am besten gut im Kalk halten und erst eine innig gebundene Seife fertig sieden, ehe man füllt.

Zur Herstellung der grünen Schmierseife verwendet man nach M. Starke (Seifenfabrikant, 1881 S. 83) namentlich Hanföl, Leinöl und Elaïn. Man bringt das Fett in den Kessel, mischt es mit dem gleichen Gewicht Lauge von 18 bis 20° B., und zwar nimmt man ⅔ Potasche- und ⅓ Sodalauge, krückt öfter um und läſst die Mischung bis zum nächsten Tage stehen; dann feuert man zum Sieden an. Die Masse wird nur kurze Zeit nöthig haben, um in Verband zu kommen, was man daran erkennt, daſs kein Oel mehr auf der Oberfläche zu bemerken ist und etwas davon, an die Zunge genommen, nicht nach Lauge, sondern süſslich nach Oel schmeckt. Nun gibt man unter ruhigem Sieden langsam so viel Lauge von 20 bis 24° B. hinzu, bis der Leim vollkommen klar ist. Ist das letztere der Fall, so verstärkt man das Feuer und setzt das Sieden so lange fort, bis die Seife groſse schwere Platten und nur wenig Schaum an den Seiten des Kessels zeigt.

Eine Probe auf einer Glasplatte soll nach dem Erkalten klar bleiben und, an die Zunge genommen, ein wenig anhalten. Ist letzteres nicht der Fall, trübt sich die Probe, so gibt man in kleinen Portionen Lauge von 24° B. zu, siedet alsdann so lange, bis die Seife nicht mehr spinnt und zwei kalt gewordene Stückchen Seife, mit einem Messer auf einander gedrückt und rasch wieder getrennt, keine Fäden folgen lassen. Die Seife muſs jetzt in groſsen Platten und hörbar, sowie ohne Schaum sieden, ebenso die Probe auf der Glasplatte Längenadern zeigen und doch klar bleiben. Sollte jedoch eine Probe auf dem Glase trübe werden, nach dem Erkalten auf demselben rutschen und würden sich 2 Stücke dieser Seife kalt nicht wieder vereinigen lassen, so fügt man Oel zu. Damit sich dasselbe aber schnell mit der Seife verbindet und um den unangenehmen brenzlichen Geruch zu vermeiden, mischt man dem Oele schwache Lauge zu, gibt dasselbe so gemischt zur Seife und muſs dann allerdings noch einige Zeit dampfen. Sollten die Laugen, welche zur Verarbeitung gelangten, zu hoch im